Lebendkontrolle

Filmplakat: Lebendkontrolle

FBW-Pressetext

Der Inhaftierte Mark erweist seinem Zellengenossen Boxer am Tag seines „Ausgangs“ den Freundschaftsdienst, seiner Tochter das letzte Ersparte zu überbringen. Allerdings gerät Mark durch das moralisch inkorrekten Verhalten anderer in Bedrängnis, aus der er sich nicht zu winden vermag. Florian Schewe gelingt mit seinem Abschlussfilm LEBENDKONTROLLE eine psychologische Milieustudie, die von einer bedrückenden, dichten Atmosphäre getragen wird. Großen Anteil daran haben sowohl die authentischen Darsteller, die Typen aus dem porträtieren Milieu sind (Gefängniswärter, Insassen, Boxer), als auch die überzeugend inszenierte unterschwelligen Aggressivität, die sich in der Enge der Räume verdichtet. Die soziale Ausweglosigkeit eines Menschen im kriminellen Milieu wird in diesem Kurzfilm durch das Porträt des Strafgefangenen Mark beklemmend geschildert.
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Gattung:Kurzfilm; Fiction
Regie:Florian Schewe
Darsteller:Gerdy Zint; Franziska Jünger; Eddy Kante; Rosalie Thomass
Drehbuch:David Möhring; Florian Schewe
Buchvorlage:Clemens Meyer
Kamera:Yannik Bonica; Fotos: Alexander Janetzko
Schnitt:Clemens Walter
Musik:Daniel Dickmeis
Webseite:lebendkontrolle.de;
Länge:31 Minuten
Produktion: Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf" Potsdam-Babelsberg, RBB; Florian Schewe;
FSK:16

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Leben im Knast, Eintönigkeit, Aggression, das vermittelt der Film bereits in den ersten Einstellungen perfekt. Man meint geradezu die klaustrophobisch Enge zu spüren, die der Film in vielen Einstellungen vermittelt. Mark, der Strafgefangene, will auf seinem Freigang seine Freundin Jessica besuchen und mit ihr eine gute Zeit verbringen. Weil er aber gutmütig ist, erfüllt er den Wunsch seines Zellengenossen dessen Tochter Geld zu überbringen.

Der Film versteht es durch seine Bildsprache hervorragend, die Enge und Ausweglosigkeit der Gefangenen darzustellen. Man kann sich vorstellen, welch starken Charakter einer haben muss, um nicht weiter oder endgültig kriminell zu werden. Die Darsteller agieren überzeugend und werden durch die Regie gut in Szene gesetzt. Kamera und Schnitt sind dem Thema mehr als gewachsen und halten die Spannung aufrecht. Marks Schicksal vollzieht sich nicht unerwartet, aber der Film schafft es, den Zuschauer so weit mit zu nehmen, um Empathie, vielleicht sogar Mitleid für ihn zu empfinden.