Judas und Jesus

Kurzbeschreibung

Die Geschichte von Judas und Jesus einmal anders erzählt
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Kategorie:Kurzfilm
Gattung:Animationsfilm; Kurzfilm
Regie:Claudia Romero; Olaf Encke
Drehbuch:Olaf Encke & Claudia Romeo
Länge:14 Minuten
Produktion: Distant Dreams Filmproduktion GmbH
FSK:16
Förderer:FFA; BKM; MBB

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Animationsfilme und filmische Comics zu religiösen Themen oder biblischen Geschichten sind heute keine Seltenheit mehr. Allerdings wirken nur wenige so rundweg perfekt und gelungen, wie Judas und Jesus (Untertitel: Zum erstenmal seit 2000 Jahren: die Story von Judas und Jesus – aus der Sicht von Judas). Ob Dessins, Bildgestaltung, Schnitt oder die musikalischen Arrangements – alle Komponenten sind makellos und mit kreativem Esprit umgesetzt.
Heftige Diskussionen dürfte jedoch schon der Grundgestus des Comics entfachen. Er ist als radikale blasphemische Provokation konzipiert und setzt auch diese Intention perfekt um!
Judas und Jesus sind stilisiert als die zwei großen Antipoden: Auf der einen Seite die Lichtgestalt, auf der anderen die Inkarnation des Bösen, Perversen und auch sexuell Verruchten. Immer dazwischen: die nackte Sünderin Maria Magdalena.
Der Vergleich ist nicht zu hoch gegriffen, verweist man bei Vorgängern im blasphemischen Geiste auf den Surrealismus des vergangenen Jahrhunderts: Erinnert sei so an Bunuels Ausspruch: Wenn Christus wiederkehrte, würde man ihn wieder kreuzigen.
Oder denken wir an Salvador Dalís These: Um die Größe eines wahren und authentischen Sakrilegs zu erreichen, muss es mit äußersten Fanatismus gemacht werden.
Judas und Jesus fordert mit Sicherheit einen erwachsenen Zuschauer heraus, der willens ist, über die Haltbarkeit und Aktualität von Mythen neu nachzudenken.