Inception

Filmplakat: Inception

FBW-Pressetext

Unterdrückte Ängste, Schuld, Wünsche und Leidenschaften bahnen sich ihren Weg durch den neuesten elektrisierenden Thriller von Meisterregisseur Christopher Nolan. Voran in dieses Labyrinth der irrationalen Traumwelten schickt Nolan Leonardo DiCaprio als Helden mit tragischer Vergangenheit, gefolgt von einem Team aus Spezialisten, die ihm helfen, in die Träume fremder Menschen einzusteigen, um dort eine neue Form der Industriespionage zu verfolgen. Die „Inception“, das Einsetzen eines bestimmten Gedankens in tiefe Traumebenen, soll die Entscheidungen eines Konzernerben nachhaltig beeinflussen. Was ist real, was gegenwärtig und was vergangen? Nolan webt einen bildgewaltigen, dichten erzählerischen Kosmos mithilfe einer glänzenden Schauspielriege, technischer Perfektion und einem fantastischen Setdesign á la M. C. Escher, in dem die Gesetze der Logik, sehr zur Beunruhigung der Zuschauer, keinen Anker mehr bieten. INCEPTION ist kraftvolles, hochmodernes Kino mit großer Wirkung und ein mutiger Vorstoß in Sachen komplexer Filmkonstruktion – überwältigend.

Filminfos

Kategorie:Spielfilm
Gattung:Thriller; Science-Fiction
Regie:Christopher Nolan
Darsteller:Tom Berenger; Leonardo DiCaprio; Ken Watanabe; Marion Cotillard; Ellen Page; Joseph Gordon-Levitt; Tom Hardy; Sir Michael Caine
Drehbuch:Christopher Nolan
Kamera:Wally Pfister
Schnitt:Lee Smith
Musik:Hans Zimmer
Webseite:Inception-derFilm.de;
Länge:148 Minuten
Kinostart:29.07.2010
Verleih:Warner
Produktion: Warner Bros. Pictures, Legendary Pictures; Syncopy;
FSK:12

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Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

"All that we see / is but a dream within a dream", dichtete einst Edgar Allen Poe. Christopher Nolan hat dieses Konzept der ineinander verschachtelten Träume mit seiner Geschichte von Traumdieben, die in die nächtlichen Fantasien anderer Menschen eindringen, um sie zu plündern oder zu verändern, zu einem überbordenden filmischen Labyrinth weitergesponnen. Wenn sich der Zuschauer beim ersten Sehen unweigerlich zwischen den verschiedenen Traumebenen verirrt, ist das bei einer Fantasie über die Fantasie nur folgerichtig, denn wenn diese konsequent durchdacht wird, muss sie eher einer Traumlogik als einer konventionellen Dramaturgie folgen.

Neben der Logik sind hier auch die Gesetze der Physik aufgehoben und Nolan macht dies eindrücklich gleich zu Beginn des Films in einer Art Probelauf deutlich, wenn er Dom Cobb (Leonardo DiCaprio) für seine neue Mitarbeiterin Ariadne (Ellen Page) die Straßen von Paris zuerst explodieren und dann ineinander falten lässt. Die Traum-Architektin trägt ihren mythischen Namen nicht umsonst, denn wenn sie als Novizin alles neu entdeckt und erklärt bekommt, erhält auch das Publikum zumindest ein Minimum an Orientierung, wenn es diesem Faden folgt. Einmal fragt Ariadne sogar direkt "in wessen Unterbewusstsein" sie gerade eintreten solle und sorgt damit für einen erlösenden Lacher beim Zuschauer, der sich ständig das Gleiche fragt.

In der Traumwelt dieses Films ist alles möglich - es muss nur realistisch dargestellt und in sich schlüssig sein. Und diese Aufgabe meistert Nolan souverän, indem er nicht nur surreale Schauplätze wie eine zerbröselnde Metropole kreiert, sondern auch mit der relativen Zeit in den ineinander liegenden Traumphasen spielt oder scheinbar die Schwerkraft außer Kraft setzt. So glaubwürdig und spielerisch wie hier wurde vorher noch nie im Kino die Illusion von Schwerelosigkeit erzeugt und auch sonst ist INCEPTION prall gefüllt mit Phantasmagorien, die von Nolan grandios konzipiert und in Szene gesetzt wurden. Wenn er sich andererseits auch solcher Genrekonventionen wie dem Team von Spezialisten im Stil eines "Heistmovies", Verfolgungsjagden, Kämpfen und Schießereien bedient, wirken diese Fragmente des Actionkinos bei aller kinetischen Energie eher wie Ruhephasen, in denen für ein paar Momente nicht aus einem Traum in den nächsten gesprungen wird.

Durch die intensiven Leistungen der genau passend besetzten Darsteller gelingt es Nolan zu verhindern, dass seine Geschichte nach dem Motto "wenn alles möglich ist, ist auch alles egal" zu einer reinen cineastischen Trickkiste wird. Vor allem Leonardo DiCaprio und Ellen Page erden so diesen Traum von einem Film.