Hulk

Kinostart: 03.07.03
2002
Filmplakat: Hulk

FBW-Pressetext

Comic als Drama, als Familientragödie, als grausamer Spaß mit genmanipulierten Monstern in voller Action und in einer kongenialen filmischen Umsetzung.
Prädikat wertvoll

Filminfos

Gattung:Fantasy
Regie:Ang Lee
Darsteller:Jennifer Connelly; Eric Bana; Sam Elliott
Drehbuch:Michael France; John Turman
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:138 Minuten
Kinostart:03.07.2003
Verleih:Universal
Produktion: Universal International Films, Inc., Good Machine; Marvel Entertainment ; Pacific Western;
FSK:12

Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

Wohl nur Erwachsene können den Reichtum dieser neuen Dimension der Comic-Verfilmung erfassen. Stilsicher und oft von Einstellung zu Einstellung verblüffend, illustriert dieser filmische Meilenstein des Regisseurs Ang Lee („Der Eissturm“, „Tiger und Drache“) die tragische Geschichte eines Monsters. Der vor Wut grüne, unverwundbare „Hulk“ zitiert Frankenstein und King Kong, Tarzan und Jane, Jekyll & Hyde, Nietzsche und Darwin, griechische Dramen und Shakespeare, Siegmund Freud und C.G. Jung.
Viele Blicke bestimmen den visuell überwältigenden Film, immer wieder gibt es Augenduelle, Spiegelbilder und Fahrten nach Innen. So sehr dies ein Film der Äußerlichkeiten ist, einer Comic-Bildwelt eben, in der einfach jede Perspektive und jede Kamerabewegung möglich sind, so sucht der Film auch Bilder für das eigentlich Unsichtbare. Für Erinnerung und Fluch der Herkunft, für Alpträume und Emotionen, für innere Dämonen und Liebesmacht, für Gen-Experimente und Elementargewalten. Da gelingen manchmal emotionale Kamerafahrten – etwa durch das Dach des zerborstenen Bunkers zurück auf den am Boden liegenden Vater, der eben die alles sprengende Wut seines „Geschöpfs“ erlebte. Märchenhaft poetische Bilder gibt es, wie die vom kauernden Ungeheuer am Mammutbaum vor dem Holzhaus der Geliebten. Einfach nur visueller Reiz zum Beispiel sind die fliegenden Hubschrauber über der Wüste. Begeisternd ist die Übertragung der Comic-Ästhetik auf die Bildkadrierung und den Bildschnitt. In den vielen Multiscreen-Montagen wird der Film buchstäblich zum bewegten Bild. Die Comic-Ikonographie erweist sich auch in vielen exakt gesetzten Detailaufnahmen, etwa der abgesprungenen Metallarmband-Uhr auf dem Boden, als das grüne Ungeheuer zum ersten Mal Macht über den jungen Wissenschaftler Bruce Banner gewinnt und die Wut seinen Körper anschwellen läßt.

Abwechslungsreich und dabei geradezu klassisch simpel gesetzt sind die Schuß-Gegenschuß-Montagen. Die stilsichere Musik von Danny Elfman akzentuiert elegant. Die Computeranimation betont das Zeichenhafte, hat eine eigene Poesie auch noch in den übersteigerten Momenten, etwa wenn der grüne Hulk Panzer zerlegt und Kanonenrohre verbiegt.
Die Darsteller sind typengerecht besetzt und geführt, Nick Nolte als Vater und Jennifer Connelly als Betty überzeugen besonders. Heftige Kritik gab es im Bewertungsausschuß nur am Konglomerat der inhaltlichen Bestandteile. Das Puzzle aus Versatzstücken erinnere zu sehr an Bekanntes und lasse Primäreinfälle vermissen. Auch der eigentliche Antagonist, der geschäftstüchtige Opportunist, sei zu schwach entwickelt.