Grand Budapest Hotel

Kinostart: 06.03.14
2013
Filmplakat: Grand Budapest Hotel

FBW-Pressetext

Mr. Moustafa ist alt, reich und Besitzer des einstmals legendären „Grand Budapest Hotel“. In einem Gespräch mit einem Gast erinnert sich Moustafa an die Zeit, als das nun heruntergekommene Hotel in voller Blüte stand und er als Lobby-Boy das Hotelgewerbe von der Pike auf lernte, immer unter den strengen und väterlichen Augen des Chef-Conciergen Monsieur Gustave. Als die reiche Madame D., um die sich Gustave mit intimer Liebenswürdigkeit gekümmert hat, stirbt, hinterlässt sie Gustave ein wertvolles Gemälde. Doch die Erben der Madame D. haben etwas gegen die Großzügigkeit der Verstorbenen und wollen das Gemälde mit aller Gewalt behalten. Bald schon wird Gustave des Mordes an Madame D. verdächtigt. Eine wilde Flucht beginnt. Das neue Werk von Wes Anderson sprüht wie gewohnt vor Witz und schrägen Einfällen. Eingebettet in eine farbenfrohe und verspielte Kunstwelt entspannt sich eine abenteuerlustige und höchst unterhaltsame Geschichte, die von einem spielfreudigen Ensemble getragen wird. Ralph Fiennes gibt seinen Monsieur Gustave als distinguierten Gentleman, der nichtsdestotrotz schlitzohrig immer noch einen Trick auf Lager hat. Sein Lebensmotto, gegenüber jedermann stets höflich und zuvorkommend zu sein, lässt ihn so manche ausweglose Situation unbeschadet überleben, wobei ihm sein getreuer Lobby-Boy, gespielt vom Newcomer Tony Revolori, immer zur Seite steht. Der gesamte Cast ist bis zur kleinsten Nebenrolle prominent besetzt, darunter auch so bekannte Anderson-Darsteller wie Bill Murray, Edward Norton und Tilda Swinton. Quer durch alle Genres bewegt sich der Film und es gelingt die perfekte Balance zwischen skurrilem Humor und herzerwärmender Tiefe. Ein rasantes Vergnügen mit Raffinesse und Witz – nicht nur für Wes Anderson-Fans ein Hochgenuss!

Filminfos

Gattung:Komödie; Spielfilm
Regie:Wes Anderson
Darsteller:Ralph Fiennes; F. Murray Abraham; Mathieu Amalric
Drehbuch:Wes Anderson
Kamera:Robert Yeoman
Schnitt:Barney Pilling
Musik:Alexandre Desplat
Weblinks:moviejones.de; zelluloid.de;
Länge:100 Minuten
Kinostart:06.03.2014
Verleih:Fox
Produktion: Scott Rudin Productions, Studio Babelsberg Motion Pictures; Indian Paintbrush; American Empirical Pictures;
FSK:12
Förderer:MFG Baden-Württemberg; MBB; DFFF; MDM

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Eine Frau besucht das Denkmal eines toten Schriftstellers, der in einer Rückblende 1985 erzählt, wie er 1968 die Geschichte des Zero Moustafa hörte, der 1932 Freund und später Erbe des Besitzers des Grand Budapest Hotels wurde. Der mehrfache Rahmen in Wes Andersons aktuellster Regiearbeit, nach einem Drehbuch von ihm selbst in Zusammenarbeit mit Hugo Guinness, fügt einem hervorragend besetzten Stammensemble noch weitere exzellent besetzte Rollen hinzu.

Die Kombination von unverwechselbarer filmischer Handschrift mit ungebrochenem Gespür für skurrile Charaktere und eine wunderbar absurde, anrührende, bisweilen konditorsüße Geschichte hebt den Film deutlich ab von „gängigen“ Erzählweisen. Die einzelnen Gewerke wie Bildgestaltung, Ausstattung, Kostüm, Maske bis hin zur Kadrierung sind perfekt aufeinander abgestimmt. Dazu eine akribisch agierende Kamera, die versucht, jedes noch so kleine liebenswerte Detail einzufangen. Die historischen wie räumlichen Referenzen sind verfälscht aber dennoch verständlich. Die Verfremdung ist dabei kein Selbstzweck oder Umschiffen einer Sorgfalt im Umgang mit bestimmten historischen Kontexten. Es ist viel mehr ein klares Bekenntnis für eine Fiktion, die ihre eigene Wichtigkeit hat. Ein Concierge erklärt dem Lobby Boy die Bedeutung seiner Aufgabe und die Regeln, die er zu befolgen hat. Im Kern bedeuten diese Regeln, seinen Job, sich selbst und alle Anderen zu respektieren und mit Anstand zu behandeln. Im Laufe des Filmes hat man Gelegenheit, den Erfolg dieser Lebensphilosophie in den absurdesten und scheinbar ausweglosen Situationen erleben zu dürfen. Die Figuren werden dabei nie dogmatisch oder verlieren ihre menschlichen Schwächen. Es sind die politischen Systeme, die behaupten, diese Schwächen überwunden zu haben, und die so dem Grand Budapest Hotel über die Jahrzehnte hinweg versuchen, den Charme zu rauben.

Die FBW Jury ist in allen Aspekten restlos vom neuen Film von Wes Anderson überzeugt gewesen und vergibt einstimmig das höchste Prädikat „besonders wertvoll“.