Doktorspiele

Kinostart: 28.08.14
2014
Filmplakat: Doktorspiele

FBW-Pressetext

Andi will Katja. Unbedingt. Denn Katja ist das beliebteste und schönste Mädchen auf der ganzen Schule. Sein Freund Harry macht ihm Mut, er solle sich einfach „ranmachen“. Doch da gibt es ein Problem. Denn Katja ist ständig mit Bobby zusammen, der, wie Andi selbst in der Dusche nach dem Sport festgestellt hat, körperlich extrem gut ausgestattet ist. Und während Andi noch überlegt, wie er bei seiner Traumfrau landen kann, taucht auf einmal Lili auf, mit der Andi vor zehn Jahren im Sandkasten gespielt hat. Und die nun eindeutig nicht mehr das kleine Mädchen ist, dass ihn vor zehn Jahren auslachte – nachdem er sich vor ihr ausgezogen hat. Erste Liebe, erster Sex, das Hin und Her der pubertären Gefühlswelt – das alles behandelt DOKTORSPIELE von Marco Petry auf eine frisch unterhaltsame und ganz lockere Art. Selbstverständlich ist die Sprache manchmal etwas derber, direkter und deftiger. Doch was seine Hauptfiguren angeht, so nimmt der Film sie mit all ihren kleinen und großen Problemen stets ernst. Andi und Harry sind zwei pubertäre Jungs, die mit dem Hormonchaos in ihrem Körper mal besser, mal schlechter zurechtkommen und die sich dazu auch noch das erste Mal so richtig verlieben. Dass es dabei zu manchmal peinlichen Momenten kommt, ist nur logisch und extrem amüsant. Merlin Rose als Andi macht seine Sache als sympathisch unsicherer Antiheld, der auf dem Weg zum perfekten Sex die wahre Liebe findet, mehr als gut, und Max von der Groeben als pornobesessener bester Freund, der das Herz auf dem rechten Fleck hat, ist ein perfektes Pendant. Lisa Vicari als Lilli und Ella Maria Gollner als Oberzicke Katja sind ebenfalls bestens besetzt. In den Nebenrollen überzeugen Christiane Paul und Oliver Korittke als Andis Eltern, die oft überfordert sind, aber immer versuchen, Verständnis für die Sorgen ihres Sprösslings aufzubringen. Dass der Film in den Sommerferien spielt, ist passend. Die Farben sind bunt, die Musik treibt die Stimmung an, der Spaß steht im Vordergrund. In seiner gelungenen Mischung aus derben Sprüchen und einer süßen Liebesgeschichte muss sich Petrys Film vor internationalen Vorbildern und Vorgängern nicht verstecken. Alles in allem ist DOKTORSPIELE ein herrlicher Teenie-Sommerspaß für alle die, die gerade mittendrin im Gefühlsdilemma stecken. Aber auch für die, die sich an diese Zeit voller Lust und Frust zurückerinnern.

Filminfos

Gattung:Komödie; Spielfilm
Regie:Marco Petry
Darsteller:Merlin Rose; Lisa Vicari; Max von der Groeben; Jannis Niewöhner; Christiane Paul; Oliver Korittke; Ella Maria Gollner; Olga von Luckwald; Gerd Knebel; Ivo Kortlang
Drehbuch:Marco Petry; Jan Ehlert
Buchvorlage:Jaromir Konecny
Kamera:Jo Heim
Schnitt:Georg Söring; Hans-Christian Horn
Musik:Peter Horn; Andrej Melita
Webseite:doktorspiele-derfilm.de;
Weblinks:; zelluloid.de; moviejones.de;
Länge:96 Minuten
Kinostart:28.08.2014
Verleih:Fox
Produktion: Lieblingsfilm GmbH, Fox International Productions;
FSK:12
Förderer:FFA; DFFF; HessenInvestFilm

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Nach seinem sich selbst gestellten Anspruch und angesiedelt im Jugend-Bereich von 16 und 17jährigen Schülern, hebt sich dieser Film nach Ansicht der Jury-Mehrheit doch sehr wohltuend von gewissen Teenager-Sex-Komödien ab. Ein zwar vorhersehbarer, aber schön gestrickter Spannungsbogen um die Liebesnöte von zwei pubertierenden Jungs, Andi und Harry. Andi ist in die Schulschönheit Katja verknallt, um von dieser nur vorgeführt zu werden, bis er schließlich die wahre Schönheit bei der einstigen Jugendliebe Lilli entdeckt. Und Harry entdeckt nach zahllosen sexistischen Katastrophen, was im Leben wirklich zählt. Dies alles auf einer mehr oder weniger „unschuldigen“ Erzählebene, auf der das Thema Sexualität dem Alter angemessen eingebracht ist und nicht dem Versuch erliegt, eine dann doch schlechte Kopie anderer filmischer Vorgänger zu werden. Wohltuend dabei ist vor allem, dass hier Jungs und Mädchen absolut gleichberechtigt auf Augenhöhe im Geschehen, in Wort und Bild „mitmischen“.

Die Besetzung ist typgerecht und ihr Spiel und Dialoge dem Alter entsprechend angemessen. Dazu Christiane Paul und Oliver Korittke in stimmigen Nebenrollen als Elternpaar. Ein Lob verdient die gute Kamera, die das „Mainhattan“ Frankfurt mit Vorort-Idylle, Schulhof, Fußballplatz und Schwimmbad-Sommertraum in verschiedenen Varianten ins Bild rückt. Dass Merlin Rose als Andi auch noch beim Music-Score mitmischte, spricht für eine weitere Attraktion dieser erfrischend- frechen deutschen Jugend-Komödie.