Die wilden Hühner

Filmplakat: Die wilden Hühner

FBW-Pressetext

Ein schöner Film für starke Girls, aber auch für halbstarke Jungs. Vivian Naefe und ihren Drehbuchautoren gelingt eine feine und unterhaltsame Balance: Ein Jugend- und Familienfilm, der seine Figuren ernst nimmt und dabei jede Mange Spass verbreitet.
Prädikat wertvoll

Filminfos

Gattung:Spielfilm; Abenteuerfilm; Kinder-/Jugendfilm
Regie:Vivian Naefe
Darsteller:Axel Prahl; Veronica Ferres; Michelle von Treuberg
Drehbuch:Güzin Kar; Uschi Reich
Weblinks:kinderfilmwelt.de; filmsortiment.de;
Länge:109 Minuten
Kinostart:09.02.2006
Verleih:Constantin Film Verleih GmbH
Produktion: Bavaria Filmverleih- und Produktions GmbH, Bavaria Film
FSK:0

Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

Wunderbare Verfilmung des Kinderbuchs von Cornelia Funke, in der eine Mädchenbande mit einer Jungenbande konkurriert. Nach allerlei Auseinandersetzungen, wie sie bei Jugendlichen beiderlei Geschlechts in der Pubertät an der Tagesordnung sind und hier aber originelle Wendungen finden, schließen sich beide Banden zusammen, als es gilt, Omas 15 Hühner vor dem Schlachtungstod zu bewahren.

In den besten Szenen an große Vorbilder wie „Krieg der Knöpfe“ erinnernd, werden die unterschiedlichen sozialen Herkünfte der Kinder geschickt in die Handlung eingeflochten. Themen wie Trennung der Eltern, sozialer Abstieg durch Arbeitslosigkeit, elterliche Gewaltanwendung, aber auch Raubbau an der Umwelt und Naturschutzthemen, werden nicht ausgespart, sondern nachvollziehbar miteinander verknüpft. Die Solidarität der Kinder untereinander gegenüber der Erwachsenenwelt wird zum Kerngeschichte des Films.

Das Casting, insbesondere der Kinderdarsteller, ist hervorragend geglückt. Auch die böse Oma, für die glücklicherweise keine „Tschibo“-Werbe-Oma“ gewählt wurde, stellt glaubhaft die etwas verbitterte Großmutter dar. Sehr facettenreich werden die einzelnen Charaktere ausgeleuchtet. Wunderbar und dramaturgisch perfekt gelöst ist die atmosphärisch dichte Darstellung vom schweren Gang des Willi nach Hause, wo der gewalttätige Vater schon auf ihn wartet, nachdem Willi einem Bagger die Scheibe eingeschlagen hat. Trotz der Begleitung seiner Freunde bis vor die Wohnungstür möchte in diesem beklemmenden Moment niemand mit Willi tauschen.

Der Film, der spannend erzählt wird und kurzweilig herüber kommt, nimmt sich für die Zeichnung seiner Figuren Zeit, orientiert sich dabei eng an seiner literarischen Vorlage.

Die altersgerecht eingesetzte Musik, die zum Teil von den Hauptdarstellerinnen mit hörbar großem Vergnügen selbst gesungen wird, wie im Abspann des Films zu sehen ist, rundet einen handwerklich solide hergestellten Film ab, der Lust auf eine Fortsetzung macht, die sicherlich schon in Arbeit ist.