Die Entdeckung der Unendlichkeit

Kinostart: 25.12.14
2014
Filmplakat: Die Entdeckung der Unendlichkeit

FBW-Pressetext

Cambridge, 1963. Auf einer Studentenparty lernen sich Jane Wilde und Stephen Hawking kennen und verlieben sich ineinander. Die schüchterne junge Frau, die an Gott und das Schicksal glaubt, ist fasziniert von dem jungen ehrgeizigen Mann, der sich mit seiner Erforschung des Universums und der Zeit daran macht, die Welt der Physik auf den Kopf zu stellen. Doch das Glück währt nicht lange. Denn eines Tages wird bei Stephen die degenerative Nervenkrankheit ALS diagnostiziert. Die Ärzte geben ihm nur noch zwei Jahre. Jane ermuntert ihn dazu, seine Forschungen trotzdem weiterzuführen. Und sie bleibt bei ihm. Denn sie weiß, dass ihre Liebe stark genug ist, um gemeinsam gegen das Schicksal zu kämpfen. Regisseur James Marsh hat ein bewegendes Drama über das Leben Stephen Hawkings geschaffen. Doch es sind nicht die überragenden Forschungserfolge des Genies, auf die er sich konzentriert. Basierend auf den Memoiren von Jane Hawking erzählt er von der schicksalhaften Zeit, in der sich Hawkings Leben für immer ändern sollte. Und in denen er seine große Liebe trifft, ohne die er nicht das Genie hätte werden können, als das ihn die Welt heute bewundert. Jane steht daher auch im Zentrum der Geschichte. Felicity Jones vereint in ihrem Spiel die sensible Zartheit einer schüchternen jungen Frau mit einer unbändigen und in sich ruhenden Stärke einer liebenden Ehefrau und Partnerin. Sie wirkt wie der Anker für Hawkings ruheloses Genie. Als Hawking selbst leistet Redmayne schier Unglaubliches. Die Art, wie er sich in dessen Körper, Krankheit und Wesen einfühlt, lässt vergessen, dass es sich hier um perfektes Schauspiel handelt, denn Redmayne „verkörpert“ Hawking und lässt damit auch Einblicke in das Innere zu. Ergänzt werden die beiden durch einen großartig aufspielenden Cast, ob David Thewlis als Hawkings Mentor oder Charlie Cox als Freund der Familie. Ruhig und fast verträumt erzählt Marsh seine Geschichte, überlädt die Bilder nicht, was auch an der exzellenten und klug durchdachten Kameraarbeit und der perfekten Ausstattung liegt. DIE ENTDECKUNG DER UNENDLICHKEIT ist nicht nur ein Film über eines der größten Genies unserer Zeit. Es ist vor allem ein Film über eine starke und unumstößliche Liebe, die sich gegen das Schicksal stellt. Unendlich schön und inspirierend.

Filminfos

Gattung:Drama; Spielfilm
Regie:James Marsh
Darsteller:Eddie Redmayne; Felicity Jones; Charlie Cox; Emily Watson; David Thewlis; Harry Lloyd; Adam Godley
Drehbuch:Anthony McCarten
Kamera:Benoît Delhomme
Schnitt:Jinx Godfrey
Musik:Jóhann Jóhannsson
Weblinks:zelluloid.de; moviejones.de;
Länge:123 Minuten
Kinostart:25.12.2014
Verleih:Universal
Produktion: Working Title Films
FSK:0

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Dem Film liegt die Autobiografie gleichen Titels von Jane Wilde über ihre Jahre mit Stephen Hawking zugrunde. Er beginnt mit der Schilderung von Hawkings Leben als Student und der ersten Begegnung zwischen ihm und Jane. Nicht nur die großartige und wegen seiner Krankheit hart erkämpfte Karriere Hawkings wird geschildert, sondern vor allem das Familienleben der beiden. Die Schwierigkeiten, mit denen sie zu kämpfen haben, spielen dabei eine ebenso große Rolle wie das Familienleben mit drei Kindern und die Herausforderungen, welche Janet durch Stephens schwere Krankheit ALS zu bewältigen hat.
Der Film ist klassisch erzählt und mit großem Können inszeniert und ins Bild gesetzt. Beeindruckend ist etwa die Szene, wenn Stephen versucht, Jane zuliebe Cricket zu spielen. Seine Verbissenheit lässt ahnen, wie er sich auch in seiner wissenschaftlichen Arbeit verausgabt. Sein Kampf gegen oder mit der Krankheit ALS, seine Versuche, ohne Hilfe die Treppe zu überwinden, nötigt dem Zuschauer Bewunderung ab. Auch seine Intelligenz und sein Humor werden im Film angenehm deutlich gemacht.
Gerade die Ausstattung des Films zeugt von großer Sorgfalt, Kleidung und Frisuren führen den Zuschauer gleichsam durch die Zeit.
Besonders hervorzuheben ist aber vor allen Dingen die Besetzung der Hauptrolle durch Eddie Redmayne und seine darstellerische Leistung. Er verkörpert den Stephen Hawking so genial, dass der Eindruck entsteht, es handele sich um den Menschen Hawking selbst. Die Körperhaltung, der Ausdruck wirken absolut authentisch, die Illusion ist perfekt.
Dem Regisseur gelingt es, durch seine Inszenierung ein Gleichgewicht zwischen den beiden Protagonisten Stephen und Jane herzustellen. Stephen wirkt nur äußerlich hilfsbedürftig, während Jane zwar resolut und umsichtig die Interessen ihres Mannes vertritt, aber dennoch sehr um ihn besorgt ist. Dennoch wirken beide in ihren Persönlichkeiten autark und selbstbewusst. Stephens Schwäche beschränkt sich auf sein körperliches Handicap, trotzdem strahlt er, nachdem er den Schock der Diagnose überwunden hat, große Lebensfreude aus, die den Rest des Films über den Zuschauer beeindruckt.
Die Tatsache, dass sich beide in späteren Jahren anderen Partnern zuwenden, wird im Film nicht dramatisiert oder betont, sondern ist in den Fluss der Geschichte eingebunden.
Eine Geschichte über ein außergewöhnliches Paar, dessen Lebensweg Mut macht, in einem Film, der mit seinen perfekt komponierten Bildern eine hoffnungsvolle Botschaft übermittelt.