Die Bücherdiebin

Kinostart: 13.03.14
VÖ-Datum: 12.09.14
2013
Filmplakat: Die Bücherdiebin

FBW-Pressetext

Liesel ist neun, als sie 1939 zu den Hubermanns nach München gebracht wird. Sie ist verängstigt, schüchtern und findet sich in ihrem neuen Zuhause nur schwer zurecht. Lediglich zu ihrem Pflegevater Hans fasst sie Vertrauen. Er führt sie ein in die Welt der Bücher und der Magie der Sprache. Und je mehr Liesel mit dem Grauen des Krieges konfrontiert wird, desto stärker sucht sie Halt bei den Schätzen, die sich im geschriebenen Wort verbergen. Dem Regisseur Brian Percival ist eine phänomenale und stimmige Umsetzung des gleichnamigen Bestsellers von Markus Zusak gelungen, angefangen bei der liebevollen und detailgetreuen Ausstattung über die Kostüme bis hin zum exzellent gewählten Cast. Die junge Hauptdarstellerin Sophie Nélisse ist dabei ein absoluter Glücksgriff. Als Liesel trägt sie den gesamten Film und wirkt fast schon engelsgleich in ihrer Unschuld und Gutherzigkeit. Und obwohl der Tod als Erzähler fungiert, ist es Liesel, die uns mit einer ganz eigenen Sprache durch ihre Welt führt, die bestimmt ist von Grauen, Traurigkeit und Entsetzen. Doch all dies vermittelt sich nur nebenbei, denn genau wie Liesel findet der Zuschauer Schutz und Trost in der Poesie der Bücher. Selbst kleine Nebenfiguren erhalten im Film Tiefe, sind mehrdimensional und bekommen die Chance, sich zu entwickeln, was auch der Besetzung durch hochkarätige Darsteller wie Geoffrey Rush, Emily Watson und Barbara Auer zu verdanken ist. DIE BÜCHERDIEBIN ist eine Geschichte über den Krieg und das Leid, das er verursacht. Doch es ist auch ein poetischer Film über Hoffnung, Zuversicht und die unzerstörbare Kraft der Fantasie, die nie verloren geht. Solange es Bücher gibt.

Filminfos

Gattung:Drama; Spielfilm; Literaturverfilmung
Regie:Brian Percival
Darsteller:Roger Allam; Sophie Nélisse; Heike Makatsch; Julian Lehmann; Gotthard Lange; Rainer Reiners; Kirsten Block; Geoffrey Rush; Emily Watson
Drehbuch:Michael Petroni
Buchvorlage:Markus Zusak
Kamera:Florian Ballhaus
Schnitt:John Wilson
Weblinks:moviejones.de; zelluloid.de;
Länge:132 Minuten
Kinostart:13.03.2014
VÖ-Datum:12.09.2014
Verleih:Fox
Produktion: Fox 2000 Pictures, Zwanzigste Babelsberg Film GmbH;
FSK:6
Förderer:FFA; MBB; DFFF; MDM
BD EAN-Nummer:4010232062796
DVD EAN-Nummer:4010232062802
Anbieter-Link:fox.de
DVD Extras:Entfallene Szenen, Die Entstehung des Filmes, Original Trailer

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Wie war das Leben für ein junges Mädchen im Deutschland der NS-Zeit? Diese Frage steht im Zentrum der Adaption des gleichnamigen Bestsellers von Markus Zusak. Als Pflegekind wird Liesel Meminger 1938 in einer deutschen Kleinstadt von einem armen Schildermacher und seiner Frau aufgenommen. Sie ist ein aufgewecktes Kind, kann aber noch nicht lesen. Ihr neuer Vater bringt ihr in einer filmisch geschickt gestalteten Sequenz (die Wände des Kellers werden mit Buchstaben bemalt, unter die jedes neu gelernte Wort geschrieben wird) die Liebe zum geschriebenen Wort bei und so wird sie zu einer leidenschaftlichen Leserin, für die die Literatur eine Flucht vor der schlimmen Realität bietet. Zuerst ist sie eine begeisterte Anhängerin des Führers, aber schon bald erkennt sie, wie brutal das faschistische System ist, denn ihre Eltern verstecken den Juden Max im Keller ihres Hauses. Dieser Bruch wird mit einer Schlüsselszene verdichtet, in der Max zum ersten Mal in seinem Unterschlupf aufwacht und als erstes das Hakenkreuz auf der BDM-Uniform der über ihn gebeugten Liesel sieht. Dies ist ein Beispiel für die zugleich subtile und einfallsreiche Regie von Brian Percival, der auch mit sehr viel Sorgfalt die Baubühne, Ausstattung und Kostüme nutzte. So wirken etwa eine Sequenz, in der Liesel Zeuge der Bücherverbrennung wird, die Bibliothek des reichen Nazis der Stadt oder auch der Keller ihres Elternhauses mit all den historisch stimmigen Details sehr authentisch. Geoffrey Rush glänzt in der Rolle des liebevollen Vaters und Emily Watson macht überzeugend eine erstaunliche und berührende Veränderung durch, wenn sie sich von der schroffen, ewig fluchenden Pflegemutter in eine warmherzige Gefährtin der Heldin verwandelt. Doch den Film trägt Sophie Nélisse in der Titelrolle. Jede Phase von Liesels Entwicklung von einem kindlichen Mädchen zu einer selbstbewussten jungen Frau spielt sie nuanciert, intensiv und dabei völlig natürlich. Wie aus einem Guss wirkt DIE BÜCHERDIEBIN schließlich auch durch die düsteren Stimmungen der großen Kinobilder von Florian Ballhaus und die erstaunlich europäisch klingende Filmmusik von John Williams.