Der Hunderteinjährige, der die Rechnung nicht bezahlte und verschwand

Kinostart: 16.03.17
2016
Filmplakat: Der Hunderteinjährige, der die Rechnung nicht bezahlte und verschwand

FBW-Pressetext

Allan Karlsson genießt Bali. Und da er mittlerweile 101 Jahre alt ist und im letzten Jahr mit seinem Ausbruch aus dem Altersheim und diversen rasanten Verfolgungsjagden mit der Polizei und einem Drogenboss so einiges erlebt hat, hat er sich dieses Luxusleben, zusammen mit seinen Freunden, auch redlich verdient. Doch mit der Ruhe ist es bald vorbei. Zum einen ist mittlerweile das ganze Geld aufgebraucht, was zum zügigen und „unbezahlten“ Verlassen des Hotels führt. Und zum anderen hat Allan in seinen Kisten etwas wiedergefunden, was ihn dazu veranlasst, zu neuen Abenteuern aufzubrechen: eine Limonade. Genauer gesagt, die „Volkssoda“. Sie wurde zu keinem anderen Zweck erfunden, als durch sie die endgültige Zerstörung des Kapitalismus durch den Triumph des Kommunismus auszulösen. Kein Wunder, dass jeder hinter dem Rezept her war. Und immer noch ist, wie Allan und seine Freunde bald feststellen müssen. Von Vorteil wäre jetzt, wenn Allan sich daran erinnern würde, wo das Rezept für die Limonade ist. Doch wer Allan kennt, weiß: Mit Erinnerungen ist das so eine Sache… Im Jahr 2014 setzte DER HUNDERTJÄHRIGE, DER AUS DEM FENSTER STIEG UND VERSCHWAND die Erfolgsgeschichte des Bestseller-Romans von Jonas Jonasson fort und wurde zum bis dato erfolgreichsten schwedischen Film aller Zeiten. Die Fortsetzung der Regisseure Felix und Mans Herngren, ein erneuter Sensationshit in Schweden, knüpft nun direkt an den Vorgänger an. Erneut wird das bunte, chaotische und liebenswerte Ensemble zusammengeführt und erlebt Abenteuer, die allesamt von schräger Situationskomik, einem trockenem Wortwitz und äußerst sympathischen Darstellern leben, allen voran der großartige Robert Gustafsson als Allan. Er ist das Herzstück der Story und führt in seinen Erinnerungen erneut zurück in die Geschicke und Ereignisse der Weltgeschichte. Dabei werden auf hintergründige und verschmitzte Art und Weise kleine persönliche Fiktionen in den Kontext tatsächlicher Ereignisse gerückt. DER HUNDERTEINJÄHRIGE macht da weiter, wo DER HUNDERTJÄHRIGE aufhörte: mit einer schrägen Geschichte, die glänzend unterhält, und liebevoll gezeichneten Figuren, die man ins Kinoherz schließen kann. Und eines ist sicher: Auch mit 101 Jahren ist noch lange nicht Schluss ...

Filminfos

Gattung:Komödie; Spielfilm
Regie:Felix Herngren; Måns Herngren
Darsteller:Robert Gustafsson; Crystal the Monkey; Colin McFarlane; Caroline Boulton; Joseph Long
Drehbuch:Felix Herngren; Hans Ingemansson; Jonas Jonasson
Kamera:Göran Hallberg
Schnitt:Henrik Källberg
Musik:Matti Bye
Webseite:derhunderteinjaehrige-film.de; facebook.com;
Länge:108 Minuten
Kinostart:16.03.2017
Verleih:Concorde
Produktion: Buena Vista International, NICE FLX Pictures; NICE Drama; FLX; Film i Väst; Nordsvensk Filmunderhallning; TV4;
FSK:12
BD EAN-Nummer:4010324041951
DVD EAN-Nummer:4010324202659
DVD Extras:- Hauptfilm; - Featurettes (tba);

Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

Der Film nimmt die Geschichte des Films DER HUNDERTJÄHRIGE, DER AUS DEM FENSTER STIEG UND VERSCHWAND, die auf Bali endete, genau dort wieder auf.
Auf der einen Seite lobte die Jury ausdrücklich die gute schauspielerische Leistung des gesamten Ensembles, die solide Kameraführung, die sehr guten Dialoge, den überzeugend eingesetzten Sprachenwechsel der Hauptakteure zwischen englisch, schwedisch, deutsch und russisch sowie die zahlreichen überraschenden dramaturgischen Wendungen - allen voran der Fundort der gesuchten Rezeptur. Auf der anderen Seite trägt nach Einschätzung der Jury die Geschichte um eine sozialistische Sodarezeptur nicht die gesamten 109 Minuten Film. Um die Konstellation der Figuren nachvollziehbar zu machen für diejenigen, die den ersten Teil nicht kennen, muss die bisherige Geschichte zu Beginn des Films explizit zusammengefasst werden. Einige Teilaspekte der Geschichte bleiben zudem etwas blass und zeigen Längen, wie etwa die CIA-Agenten in Schweden, die nicht so richtig vom Fleck kommen. Andere Szenen kommen in ihrem Humor nach Ansicht der Jury etwas zu klamaukartig daher. Die filmischen Rückblenden in die Zeit des Kalten Krieges sind in ihrer Überzeichnung gelungen, das gilt insbesondere für Breschnew, Nixon, Kissinger und ja, auch Andy Warhol. Allein das raumbeherrschende Spiel des Breschnew-Darstellers und seine gewaltige Stimme (und als Gegenpart der schmächtige Nixon und sein zurückhaltendes Spiel) bleiben dem Zuschauer lange in Erinnerung. Das trifft natürlich ebenso auf die beiden Hauptdarsteller Robert Gustafsson und Iwar Wiklander zu. Weniger gelungen erscheint der Jury das stakkatohafte Erschießen zahlreicher Spione wie auch manche unmotiviert wirkende Prügelei. Gleichwohl sind die Explosionen - als Markenzeichen Allans - dramaturgisch gelungen gesetzt. Zusammenfassend entschied sich die Jury aufgrund der aufgeführten Qualitäten, den HUNDERTEINJÄHRIGEN DER DIE RECHNUNG NICHT BEZAHLTE UND VERSCHWAND mit dem Prädikat "wertvoll" auszuzeichnen.