Der grosse Kater

Kinostart: 28.10.10
VÖ-Datum: 15.04.11
2009
Filmplakat: Der grosse Kater

FBW-Pressetext

Einer gegen alle: Dieser mitreißende Film zwischen gelungener Politsatire und bewegendem Familiendrama beschwört wie in einer inneren Rückschau den entscheidenden Moment der politischen Karriere des Schweizer Bundespräsidenten, der gleichzeitig auch den familiären Krisenhöhepunkt in seinem Leben darstellt. Nun hat er sich zwischen der Staatspflicht und der Verantwortung für seinen sterbenskranken Sohn und das Leid seiner Frau (grandios: Marie Bäumer) zu entscheiden. Bruno Ganz füllt diese Paraderolle des charismatischen aber von Ambivalenzen zerrissenen Politikers mit einmaliger Größe und Authentizität aus. Ihm zur Seite stehen Ulrich Tukur, Edgar Selge, Justus von Dohnányi und Christiane Paul, die in ihren Parts als intrigante politische Widersacher im Reigen um den Staatsbesuch des spanischen Königspaares mit großer Spielfreude zu beeindrucken wissen. Die autobiografisch gefärbte Romanvorlage von Thomas Hürlimann wurde mit großer ausstatterischer Opulenz und eindringlicher Glaubwürdigkeit umgesetzt, sodass sich der Zuschauer, ähnlich wie die Hauptfigur, dem Strudel der Ereignisse nicht mehr zu entziehen vermag. Erste Wahl!

Filminfos

Gattung:Drama; Spielfilm
Regie:Wolfgang Panzer
Darsteller:Bruno Ganz; Ulrich Tukur; Edgar Selge; Marie Bäumer; Justus von Dohnanyi; Christiane Paul; Antoine Monot Jr.; Daniel Olivier
Drehbuch:Claus Hant; Dietmar Güntsche
Buchvorlage:Thomas Hürlimann
Kamera:Edwin Horak
Schnitt:Uli Schön; Jean-Claude Piroué
Musik:Patrick Kirst
Länge:88 Minuten
Kinostart:28.10.2010
VÖ-Datum:15.04.2011
Verleih:Central Film Verleih
Produktion: Neue Bioskop Film Produktions und Vertriebs GmbH Dietmar Güntsche, Abrakadabra Films; Barry Films;
FSK:12
Förderer:BKM; FFF Bayern; DFFF; Eurimages; HessenInvestFilm
DVD EAN-Nummer:0886973827697
Anbieter-Link:universumfilm.de

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

DER GROSSE KATER ist auf dem Höhepunkt seiner politischen Laufbahn angekommen, aber es läuft nicht gut für ihn. Seine Ehe ist am Zerbrechen, seine politischen Entscheidungen sorgen für offene Anfeindung seitens der Bevölkerung sowie der eigenen Parteigenossen. Und sein achtjähriger Sohn liegt in einer Berner Krebsklinik und ahnt nicht, dass der Traum vom familiären Strandurlaub für ihn nie mehr wahr werden wird.

In unglaublich opulenten Bildern wird ein politisches Ränkespiel aufbereitet, das als Lehrstück über die Vermengung persönlicher mit staatlichen Interessen gelesen werden kann. Die Besetzung ist erstklassig, rund um den wieder einmal brillanten Bruno Ganz spielen Marie Bäumer, Ulrich Tukur und alle anderen ihre Rollen meisterhaft. Blicke, Mundwinkel, Bewegungen drücken innere Spannungen aus, geben den Figuren eine Tiefe, wie sie viele andere Gesellschaftskrimis oder -ränkespiele vermissen lassen. Lediglich die Rolle des vatikanischen Botschafters ist an der Grenze zum Chargieren angelegt, wird von Edgar Selge aber sicher bei dieser Gratwanderung geführt.

Der Film nimmt sich anfangs viel Zeit, den Zuschauer in die Geschichte zu führen, versteht es aber um so besser, ihn dann unmerklich mehr und mehr in die Geschichte und auf die Seite des großen Katers zu ziehen, man durchlebt die suggestiv-einnehmende Kraft dieses politischen Machtmenschen am eigenen Leib. DER GROSSE KATER ist beste Unterhaltung für klassisches Bürgertum und alle, die einen Blick hinter die Fassaden der Macht und in persönliche Schicksale werfen wollen. Darüber hinaus kann alles über die schweizerischen Verhältnisse hinaus universell interpretiert werden und bildet insgesamt bestes Unterhaltungskino auf höchstem Niveau, wie es selten – noch dazu bei einer TV-Koproduktion - zu finden ist.