Das Lied von den zwei Pferden

Kinostart: 03.06.10
2009
Filmplakat: Das Lied von den zwei Pferden

FBW-Pressetext

Urna, eine mongolische Sängerin, hat ihrer verstorbenen Oma das Versprechen gegeben, deren alte Pferdekopf-Geige restaurieren zu lassen. Einziges Problem dabei sind die darauf eingravierten Strophen des alten Liedes „Die zwei Pferde des Dschingis-Khan“, die nicht vollständig geblieben sind. Urna begibt sich deshalb auf eine Suche nach den fehlenden Textteilen und nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise durch die Mongolei. Dieses filmische Poem wird begleitet von eindrucksvollen Landschaftsaufnahmen voller Ruhe mit einem Hauch Melancholie. Die Suche nach dem traditionellen, fast vergessenen Lied wird zu einer Besinnung auf die kaum noch gelebten Traditionen dieses Landes. Untermalt von mongolischen Klängen lässt der Film viel Raum für eigene Gedanken und Tagträume.

Filminfos

Gattung:Spielfilm
Regie:Byambasuren Davaa
Darsteller:Urna Chahar-Tugchis; Chimed Dolgor; hicheengui Sambuu
Drehbuch:Byambasuren Davaa
Kamera:Martijn van Broekhuizen
Schnitt:Jana Musik
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:91 Minuten
Kinostart:03.06.2010
Verleih:Polyband
Produktion: Atrix Films
FSK:0
Förderer:FFA; BKM; FFF Bayern

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Der dritte Film der Regisseurin Byambasuren Davaa handelt von einem Versprechen und einer Sehnsucht. Beides gute Voraussetzungen für großes Kino.

In einem filmischen Poem spürt die aus der Mongolei stammende und in Deutschland lebende Regisseurin der Überlieferung des teilweise verloren geglaubten alten Liedes über „Die zwei Pferde des Dschingis Khan“ nach. Gleichzeitig versucht sie, die zerstörte Pferdekopfgeige ihrer Großmutter, in die Teile dieser alten Volksweise eingraviert sind, originalgetreu restaurieren zu lassen. Ihr Alter Ego im Film ist die mongolische Sängerin Urna.
Hier handelt es sich um einen wunderschönen, schnörkellosen, sehr eindringlichen Film von zärtlicher Poesie, der sich gekonnt der Rettung des kulturellen Erbes eines Volkes mit großer Tradition und Weltgeschichte verschrieben hat. Hier wird anschaulich erzählt, dass auch andere Völker leidvoll Trennung und Vertreibung ertragen haben und noch immer erdulden müssen, wobei deutlich wird, dass deren frühere Herrscher - wie Dschingis Khan - der Anwendung von Gewalt gegenüber anderen Völkern sehr zugetan waren.

Der Film selbst bewahrt einzigartige Blicke auf historische Dokumente vor atemberaubenden Landschaften, die nach Drehende bei politisch motivierten Unruhen an den Originaldrehorten unwiederbringlich zerstört wurden. Dabei hat der Film in Form eines Roadmovies die seltene Gabe, die Grenze zwischen Dokumentar- und Spielfilm bis zur Unkenntlichkeit zu verwischen, was die höchste Ehre einer filmischen Glaubwürdigkeit darstellt und nicht höher gepriesen werden kann. Hierzu trägt auch die als mongolische Sängerin perfekt besetzte Hauptdarstellerin bei. Dieser Film sollte in der Filmbibliothek des Unesco-Weltkulturerbes ebenso wenig fehlen, wie zum Standardprogramm des Schulkinos zum Thema „Trennung und Vertreibung“ gehören.