Das Geheimnis der Frösche

Kinostart: 04.11.04
2003
Filmplakat: Das Geheimnis der Frösche

FBW-Pressetext

Moderne Vision der Arche-Noah-Erzählung. Spannendes Abenteuer in einem auch formal überzeugenden Film für die ganze Familie, das der Frage nachgeht, was wohl passiert, wenn Mensch und Tier gemeinsam in einem Boot sitzen (müssen). Altersempfehlung: ab 6 Jahren.
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Gattung:Animationsfilm
Regie:Jacques-Rémy Girerd
Darsteller:Annie Girardot; Michel Piccoli; Anouk Grinberg
Drehbuch:Jacques-Rémy Girerd; Antoine Lanciaux; louri Tcherenkov
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:91 Minuten
Kinostart:04.11.2004
Verleih:Universum
Produktion: Studio Folimage, StudioCanal; France 2 Cinéma; Rhône-Alpes Cinéma;
FSK:0
Bildungseinsatz:matthias-film.de;

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Die Geschichte von der Arche Noah wird hier in einem bezaubernd animierten Zeichentrickfilm neu erzählt: Noah ist ein gestrandeter Seebär, seine Frau eine afrikanische Mama und die Helden, mit denen sich das jugendliche Publikum identifizieren kann, sind zwei Kinder, denen die Frösche in einem Teich ihre Berechnungen verraten, nach denen eine neue Sintflut droht. Da trifft es sich gut, daß der alte Ferdinand gerade auf den Zoo seines Nachbarn aufpassen muß, und bald schippern Elefanten, Schweine, Hühner, Katzen und Tiger und noch viel anderes Getier in einer Scheune, die durch einen riesigen Gummischlauch getragen wird, über das alles Land bedeckende Meer.

Tiere und Menschen sind zwar reduziert dargestellt, aber dennoch erstaunlich komplex gezeichnet. Dabei begeistert die große Bandbreite der Figuren, die jeweils durch ein Detail, eine Bewegung oder eine Marotte genau auf den Punkt gebracht werden. Obwohl der Zeichenstil immer zweidimensional bleibt und die Filmemacher nie versuchen, eine realistische Illusion zu schaffen, ist der Film erstaunlich anrührend. Da stimmt dann etwa die Geste, mit der sich Lili an Juliette schmiegt, so genau, daß die Emotion dahinter verblüffend effektiv wirken. Der Film ist nie kitschig, er fordert statt dessen sein junges Publikum, indem er von der Vernichtung der Umwelt, von Verlust, Tod und dem Dilemma erzählt, daß fleischfressende Tiere nun mal andere Tiere fressen müssen. Daneben gibt es viele Überraschungen, Humor und komische Einfälle, wie etwa das ewig streitenden Elefantenpaar, das ein ganzes Stockwerk der Scheune prall ausfüllt oder die Giraffe, deren Kopf am Geländer festgebunden wurde. Mit solchen originellen Ideen kann dieses gezeichnete Märchen auch Erwachsene begeistern.