Das Bourne Ultimatum

Kinostart: 06.09.07
2007
Filmplakat: Das Bourne Ultimatum

FBW-Pressetext

Die schlimmsten Alpträume aus „1984“ werden Realität. Beklemmend authentisch ist hier der weltweite Überwachungsstaat in Aktion – gegen einen, der sich wehren kann, weil er ein Filmheld ist. Matt Damon ist ein Anti-Bond, realitätstüchtig, körperlich, glaubhaft – und politisch. Oft hat der Film, das dritte Bourne-Installment, dokumentarischen Echtzeit-Charakter, Kamera und Schnitt sind meisterhaft, feuchtnasse Hände garantiert, und das Köpfchen hat auch zu tun. Kinostart: 6. September 2007 (Universal Pictures International Germany)
Prädikat wertvoll

Filminfos

Gattung:Spielfilm; Actionfilm
Regie:Paul Greengrass
Darsteller:Matt Damon; Julia Stiles; Joan Allen; David Strathairn; Paddy Considine
Drehbuch:Tony Gilroy; George Nolfi
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:115 Minuten
Kinostart:06.09.2007
Verleih:Universal
Produktion: Universal Pictures International Germany GmbH, Bourne Again, The Kennedy-Mashall Company, Ludlum Ent.
FSK:12

Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

Zum dritten Mal bricht Jason Bourne auf, seine Identität zu finden und die Lücken in seinem Gedächtnis zu füllen. Dabei kommt er natürlich weiteren dunklen Machenschaften innerhalb der CIA auf die Spur. Es geht um nichts geringeres als um die Ausbildung patriotischer junger Männer zu kaltblütigen Killern - und das unter dem Vorwand, ihrem Land zu dienen.

„Das Bourne Ultimatum“ wäre kein Actionfilm, wenn sich daraus nicht eine atemlose Jagd auf Bourne entwickeln würde, der in diesem Intrigenspiel um geheime Schulungsprogramme der CIA zu einer Gefahr für die Dunkelmänner wird.

Man merkt diesem dritten Teil die Handschrift von Regisseur Paul Greengrass an, der es versteht, aus einer eher simplen Geschichte von einem Mann, der auszog sein Gedächtnis wiederzufinden und dabei in ein politisches Hornissennest stößt, eine optisch fesselnde, temporeiche und dennoch nicht nur auf Effekte setzende Story zu inszenieren.

An die schlimmsten Albträume aus Klassikern wie „1984“ erinnern die Szenen, in denen Bourne Opfer der totalen Überwachung durch ein System wird, das längst keine Schamgrenzen wie Datenschutz und Persönlichkeitsrecht mehr kennt. Durch den Einsatz der Handkamera entsteht der Eindruck einer fast dokumentarischen Nähe zum Geschehen. Beklemmend dicht sind die Szenen der Verfolgungsjagd am Londoner Bahnhof Waterloo und durch den Suk von Tanger, bei dem in Echtzeit die Flucht von Bournes Helferin und ihre Verfolgung durch einen Killer gezeigt wird.

Auch die Darsteller entsprechen dem hohen Niveau des handwerklichen Könnens der Filmemacher in Bezug auf Schnitt, Kamera und Musik.

Wohltuend in diesem rasanten Geschehen wirken jene Szenen, in denen zwischen all den manchmal geradezu überbordenden Autoverfolgungsjagden, Schießereien und brutalen Schlägereien Bournes Reflexionen über sein Leben und seine Vergangenheit eingefügt werden. Diese psychologisch subtileren Momente geben dem Zuschauer auch mal die Chance zum Durchatmen – bei so viel perfekt, aber geräuschvoll inszenierter Aktion geradezu eine Erholung für die Nerven!