Crossing the Bridge - The Sound of Istanbul

Kinostart: 09.06.05
2005
Filmplakat: Crossing the Bridge - The Sound of Istanbul

FBW-Pressetext

Temperamentvolle, liebevoll recherchierte Entdeckungsreise durch Istanbuls aktuelle Musikszene, deren Originalität und Facettenreichtum anschaulich gemacht und unaufdringlich erklärt werden.
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Gattung:Dokumentarfilm
Regie:Fatih Akin
Drehbuch:Fatih Akin
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:91 Minuten
Kinostart:09.06.2005
Verleih:Pictorion Pictures
Produktion: corazón international Filmproduktion, intervista digital media; NDR;
FSK:0
Förderer:Nordmedia

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

„The Sound of Istanbul“ lautet der Untertitel dieses durchkomponierten Dokumentarfilms von Fatih Akin, und dabei wird nicht zuviel versprochen. Erstaunlich leichtfüßig, unaufdringlich, unpathetisch und so als wäre die Kamera selbst ein Musikinstrument, schweift der inhaltsreiche und intensive Film durch die Stadt am Bosporus und ihre vielfältige und im wahrsten Sinn des Wortes multikulturelle Musikszene.
Bilder und Montage lassen Zeit zur Beobachtung, Kamera und Erzählhaltung führen dicht heran, ohne indiskret oder aufdringlich zu wirken. Alexander Hacke, Bassist der Berliner „Einstürzenden Neubauten“, ist ein idealer „Reiseführer“. Mit ihm sind die Zuschauer sozusagen immer „back stage“, hinter den Kulissen, ganz nah an Musik und Musikern. Von der Schwierigkeit der Annäherung etwa an die populäre Sängerin Sezen Aksu oder an den Schauspieler und Sänger Orhan Gencebay macht der Film kein Aufhebens. Er wirkt leicht und undidaktisch, lädt ein zu einer begeisternden Entdeckungsreise zu Herzblutmusikern und durch eine pulsierende Stadt.

Das Interesse für türkische traditionelle Musik, für Rap und Hip Hop, Psychedelic Sound oder guten alten Rock sind keine Voraussetzungen, um an dieser Dokumentation von höchstem filmischen Niveau Gefallen zu finden. Musik ist (und wirkt) universell, sie kennt keine Grenzen. Istanbul ist der ideale Ort zwischen Ost und West, um diese alte Weisheit zu verkörpern. Fatih Akin öffnet uns dafür Augen und Ohren. Er zeigt ein Istanbul zwischen Tradition und Moderne, vermeidet Postkartenkitsch und Augenwischerei und scheut sich nicht vor politisch heiklen Aspekten, zum Beispiel bei der Kurdenfrage.
In der Montagesequenz mit der kurdischen Sängerin Aynur gelingt dem Regisseur ein filmisches Kabinettstück. Herzzerreißend schön ist ihr Klagelied und bewegend die Frage: „Wie kann man uns nur für Feinde dieses Landes halten“?