Botero - Geboren in Medellin

Kinostart: 30.10.08
VÖ-Datum: 03.06.09
2008
Filmplakat: Botero - Geboren in Medellin

FBW-Pressetext

Eine Ausstellung auf der Leinwand - der große kolumbianische Künstler Fernando Botero hautnah und in Aktion: Selten sah man eine so umfassende Werkschau in einem Dokumentarfilm. Die Werke sind geschickt in Kontext gesetzt und fangen unaufdringlich die künstlerische Grundstimmung ein. Der Meister selbst plaudert dabei aus dem Nähkästchen und lässt die Zuschauer fast unmittelbar teilhaben an seinem vielseitigen Genie. Die deutsche Übersetzung beschränkt sich hierbei nur auf die wichtigsten Statements und wirkt gelungen abgerundet. Untermalt mit überzeugender Musik hat Peter Schamoni mit seinem Kamerateam (Ernst und Konrad Hirsch) eine außergewöhnliche Dokumentation geschaffen.
Prädikat besonders wertvoll

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Filminfos

Kategorie:Arthouse
Gattung:Dokumentarfilm
Regie:Peter Schamoni
Darsteller:Fernando Botero
Drehbuch:Peter Schamoni
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:92 Minuten
Kinostart:30.10.2008
VÖ-Datum:03.06.2009
Verleih:Concorde
Produktion: Schamoni, Peter, Film
FSK:12
Bildungseinsatz:filmsortiment.de;
Förderer:FFA; BKM; FFF Bayern

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Peter Schamoni weiß, wie man aus der Kunst von anderen Filmkunst macht. In Botero beweist er dies wieder, indem er eine feine Balance zwischen Werkschau, Künstlerbiografie und einem Selbstporträt des Malers hält. Denn dieser erklärt selber direkt in die Kamera sein Werk, erzählt von seiner Entwicklung und gibt sogar kleine lehrreiche Exkurse über die Technik des Bronzeabguss oder über die Zustände im heutigen Kolumbien.

Als sehr angenehm fiel dabei die eher sparsame Übersetzung mit der Sprechstimme von Mario Adorf auf, bei der Schamoni sich traute, viele Sätze einfach wegzulassen, weil der Film sonst wohl doch ein wenig zu wortlastig geworden wäre.

Schamonis langjähriger Kameramann Ernst Hirsch hat hier die Bilder und Skulpturen des Künstlers wieder grandios ins Bild gesetzt, und sein Sohn Konrad ist wohl für die dezenten Computer-Montagen verantwortlich, die allerdings eine Minderheit der FBW-Jury kritisch bewertete.

Aber schließlich überzeugt der Film doch durch die Art, wie er den immensen Reichtum dieses Oeuvres ausstellt, wie er dabei auch auf den Kern des künstlerischen Impulses von Botero stößt und wie geschickt er erzählt, wenn er etwa genau im dramaturgisch richtigen Moment nach all den "schönen" Bildern den Abu Ghraib-Zyklus vorstellt, bei dem der sonst so lebensfroh und idyllisch malende Künstler seine ganze Wut über diese Barbarei in die Bilder einfließen lässt.

Sehr positiv fiel auch die subtile Auswahl der verwendeten Musikstücke aus, wobei das südlich/sinnliche Gitarrenspiel von Baden Powell ideal der Grundstimmung von Boteros Bildern entspricht.

Ein rundherum gelungener Film, bei dem man in Anlehnung an einen der früheren Filme von Schamoni fragen möchte: "Wieviel [sic] Rundungen hat der Mensch?"