Ayny - Mein zweites Auge

Filmplakat: Ayny - Mein zweites Auge

FBW-Pressetext

Zwei Brüder. Sie haben ihre Heimat durch den Krieg verloren und müssen nun, zusammen mit ihrer Mutter, woanders ein Zuhause finden. Doch sie wissen, dass nichts passieren kann, solange sie einander haben. Und die Liebe zur Musik. Doch genau diese Liebe ist es, die zu einer verhängnisvollen Begebenheit führt. Ahmad Salehs Puppentrickfilm AYNY erzählt die wahre Geschichte zweier Kinder, die auf tragische Weise viel verlieren – und doch immer wieder Trost in der Kraft der Musik finden. Saleh findet für die Geschichte viele poetische Bilder, deren einzelne Elemente – Blumen, die aus Hausruinen herausragen, der Mantel der Mutter als Schutz vor dem Bösen, ein Instrument als Hoffnungsträger – mit hoher Symbolkraft gelesen werden können. Untermalt werden die sanft dahingleitenden Bilder von einer stimmungsvollen Musik, die nie durch die schlimmen Erfahrungen der Realität zum Schweigen gebracht werden kann. AYNY – MEIN ZWEITES AUGE ist ein harmonisch ausbalancierter ruhiger und doch kraftvoller Film über Liebe und Hoffnung, die gemeinsam jede Angst besiegen können.
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Gattung:Animationsfilm; Kurzfilm
Regie:Ahmad Saleh
Drehbuch:Ahmad Saleh
Kamera:Lionel Some
Schnitt:Ahmad Saleh
Musik:Nizar Rohana
Länge:10 Minuten
Produktion: Fiction 2.0 UG, Kunsthochschule für Medien Köln;
Förderer:BKM; Film- und Medienstiftung NRW

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll


Der Animationsfilm von Ahmad Saleh beginnt in einer zerstörten Landschaft. Unter ihrem Mantel beschützt eine Mutter ihre beiden Söhne. Die Hoffnungen der Flüchtlinge wachsen wie Blumen aus dem Boden. Die beiden Brüder, die für die Flüchtlinge singen, sind fasziniert von einer wunderschönen Oud, auf der sie spielen wollen. Sie sammeln Metallteile, um das Musikinstrument kaufen zu können. Ein großes verlockendes Teil ist eine Landmine. Verstümmelt spielen die Brüder gemeinsam auf der Oud - jeder mit einem Arm und einem Auge.

Ahmad Saleh gelingt es, das schreckliche Ereignis, in kraftvolle poetische Bilder zu übersetzen. Er behandelt das Thema der beiden Jungen, die er in einem Flüchtlingslager getroffen hat, mit Tiefe und Anstand. Die Animation, die abgehackte Erzählweise und die Tonebene sind sehr stimmig. Die Musik der Brüder können die Zuschauer erst am Ende hören, wenn sie gemeinsam wie eine Person auf der Oud spielen. Im Ende des tief berührenden Abschlussfilms von Ahmad Saleh gibt es auch Hoffnung. Die Jury vergibt das Prädikat besonders wertvoll.