Jurybegründung
Prädikat besonders wertvoll
Dem Regisseur Ian Fitzgibbon gelingt es, ohne falsche Sentimentalität einen schwierigen Fall zu erzählen. Donald (Thomas Brodie-Sangster) ist tödlich erkrankt. Seine Uhr ist fast abgelaufen. Die Zeit rennt davon. Das zeichnerische Talent bewahrt Donald vor der totalen Verzweiflung. Die Option des Selbstmordes wird von ihm erwogen, aber nicht erwählt. Der Zuschauer lernt ihn sowohl in seiner Fantasiewelt der Comicfiguren als auch im realen Lebensalltag kennen. Beide Ebenen werden geschickt miteinander verflochten. Zwar kümmern sich seine Eltern liebevoll um ihn, doch sind sie auch eine Last. Die professionellen Psychiater versagen - erst mit „Psycho Nummer 6“ bzw. „Doktor Thanatos“ also Dr. Adrian King (Andy Serkis) wendet sich das Blatt. Und vor allem taucht Shelly (Aisling Loftus) an der Schule auf. Liebe entflammt, Rückschläge ereignen sich, das Verhängnis nimmt seinen Lauf, aber letztlich zeigt sich: diese Liebe und Donalds Fantasie sind stärker als das schwere Schicksal der Krankheit. Freilich, da jeder Mensch sterblich ist, gilt die Einsicht: „Immer gewinnt der Tod“. Doch so wie der Weg das Ziel ist, können auch Selbstfindungen im Todeskampf glücken. Kunst-Therapie ist nicht der Weisheit letzter Schluss. Auch Wut-Proben bringen wenig ein. Erst die romantische Liebe durchbricht irdische Schranken. Um solche Topoi schlägt der Film seine Kreise. Nicht jede Einstellung ist voll auf gelungen und die darstellerischen Leistungen schwanken. Doch beherzt erzählt Fitzgibbon davon, dass das Leben nicht warten kann, wenn der Tod vor der Tür steht. Komplexe Emotionen werden mit subtilen Gestaltungsmitteln wachgerufen und auch hintergründige Gedanken stehen nicht fern. Die Locations sind stimmungsvoll. Musikalische Komponenten bereichern die visuellen Eindrücke. Daher stimmte die Mehrheit der Jury für das Prädikat: „besonders wertvoll“.