Mutter, Mutter, Kind

Kinostart: 20.10.22
2021
Filmplakat: Mutter, Mutter, Kind

FBW-Pressetext

Langzeitdokumentation über ein ungewöhnliches Familienuniversum. Ein sensibles, kluges und beeindruckendes Plädoyer für Diversität, Toleranz und Vielfalt.

Pedi und Anny sind ein glückliches Paar. Doch den beiden Frauen fehlt ein Kind zum Glück. Über eine Annonce finden sie 2009 Eike, durch dessen Hilfe sie insgesamt drei Söhne bekommen. Als sich Jahre später ein Mädchen namens Linn meldet, die ihre Brüder kennenlernen will, ist dies der Beginn einer ungewöhnlichen Familiengeschichte. Die Langzeitdokumentation in der Regie von Annette Ernst begleitet über 13 Jahre lang zwei lesbische Paare, ihre Kinder und den Erzeuger. Mit großem Einfühlungsvermögen und sensiblem Gespür ist dieser Film ein großartiges Plädoyer für Toleranz, Diversität und den Mut, eigene Wege zu gehen.

Man spürt die große Nähe, die die Regisseurin Annette Ernst zu den Protagonist:innen im Lauf der Zeit entwickelte. Eine Nähe, die diesen Film in vielen Momenten von innen heraus mit ganz viel Wärme erleuchtet. Ohne Berührungsängste scheinen sich Kamera und Regie im Familiengefüge zu bewegen, dabei verliert Ernst dennoch nie die künstlerische Distanz. Dramaturgisch klug gebaut, erzählt der Film nicht nur viel über die Mütter, die sich den großen Wunsch der Mutterschaft in ihrer lesbischen Partnerschaft erfüllen möchten, sondern auch über die Rolle des Vaters – hier insbesondere Eike als Samenspender – die sich im Rahmen dieses ungewöhnlichen Familienbilds erst neu finden muss. Von Klein bis Groß sind alle Protagonst:innen reine Glücksgriffe. Und man betrachtet mit großer Zuneigung und auch Spaß die sich stets erweiternde Familie und das Aufwachsen der Kinder, die im Verlauf der 13 Jahre eigene Persönlichkeiten entwickeln und doch so viel von ihren Müttern und dem Vater widerspiegeln. Eine hochinformative Ebene eröffnet der Film durch die wiederholte Einbindung von Gesetzesgrundlagen, die auch sinnbildlich für gesellschaftliche „Normen“ stehen. Doch ist die Frage, was eine Familie definiert, nicht eigentlich eine sehr persönliche? Die jeder und jede für sich definieren darf und muss? MUTTER MUTTER KIND ist ein warmherziges Familienporträt. Und dazu ein kluges, reflektiertes und sensibel-eindrückliches Plädoyer für Selbstbestimmung, Diversität, Toleranz und Vielfalt.
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Gattung:Dokumentarfilm
Regie:Annette Ernst
Drehbuch:Annette Ernst
Kamera:Nina Werth
Schnitt:Anja Lüdcke
Musik:Frankie Chinasky
Länge:97 Minuten
Kinostart:20.10.2022
Verleih:JIP Film und Verleih
Produktion: Stoked Film, jip film und verleih;
Förderer:BKM; DFFF; HessenFilm und Medien

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Das Gutachten folgt in Kürze.