Die aller langweiligste Oma auf der ganzen Welt

Filmplakat: Die aller langweiligste Oma auf der ganzen Welt

FBW-Pressetext

Greta ist nicht wirklich gerne bei der Oma zu Besuch. Denn da ist es oft so langweilig. Immer wenn Greta Lust darauf hat, etwas zu spielen, will Oma ein Nickerchen machen. Wenn es doch nur ein Spiel geben würde, das man auch mit einer schlafenden Oma spielen kann. Da kommt Greta eine Idee. Sie könnte doch einfach so tun, als sei die Oma gestorben und zusammen mit ihren Stofftieren kann sie dann um sie trauern. Als die Oma mitbekommt, was Greta da spielt, ist sie erst überrascht. Doch dann hat sie selbst eine Idee. Mit DIE ALLER LANGWEILIGSTE OMA DER WELT hat Damaris Zielke, die an der Filmakademie Baden-Württemberg studiert, einen bezaubernden Kurzanimationsfilm nicht nur über die kindliche Annäherung an das Sterben und der Beschäftigung mit dem Tod geschaffen, sondern auch über den Austausch der Generationen und das Schaffen neuer gemeinsamer Erinnerungen. Die Animationen sind mit hellen Farben, eingängigen Formen und einer großen Detailliebe gestaltet, dazu begibt sich Zielke ganz auf die Augenhöhe der jungen Protagonistin, die ihre Fantasie benutzt, um eine eigene Spielwelt zu erschaffen. Durch die Musik und die Montage entsteht ein kindgerechter Rhythmus, die Geschichte ist ruhig erzählt und lädt alle Zuschauenden dazu ein, im Nachgang über das Gesehene zu sprechen. So gelingt ein wirklich perfektes Kurzfilmerlebnis, das schon die jüngsten Zuschauenden in ihrer Erlebniswelt abholt und anspricht.
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Gattung:Animationsfilm; Kinderfilm; Kurzfilm
Regie:Damaris Zielke
Drehbuch:Manuel Ostwald
Kamera:Michael Throne
Schnitt:Damaris Zielke
Musik:Hannes Bieber
Länge:7 Minuten
Verleih:Filmakademie Baden-Württemberg
Produktion: Filmakademie Baden-Württemberg GmbH
FSK:0
Förderer:Filmakademie Baden-Württemberg

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Einen Film über den Tod, über die Stille und darüber, was eigentlich verschwindet, wenn ein Mensch stirbt, zu machen, ist schon eine große Kunst. Wenn dieser Film sich auch noch an Kinder wendet, kommen weitere Herausforderungen hinzu. Handelt es sich demnach um ein unmögliches Unterfangen? Nein, denn es gibt Filme, die das bereits geleistet haben. Und dem Team des Animationsfilms DIE ALLER LANGWEILIGSTE OMA AUF DER GANZEN WELT ist dies ebenfalls gelungen.
Weil die kleine Greta ihre Großmutter so langweilig findet, kommt ihr die Idee, ein Spiel mit ihr zu spielen: Beerdigung. Das ist ein Stück weit makaber, doch kindliche Naivität schafft unerwartete Kreativität. In diesem Prozess fängt Greta an zu spüren, was es bedeutet, wenn Stille einkehrt, wenn nur noch der Körper anwesend ist. Letztlich beleben sich Greta und ihre Oma gegenseitig. Denn im Verlauf des Spiels kommen Erinnerungen auf, die dazu führen, dass die Oma ein Akkordeon auspackt, das sie zu spielen pflegte, als sie jung war. Greta ist erstaunt: So langweilig ist die alte Dame wohl doch nicht.
In diesem Film stimmt so gut wie alles. Der Plot ist für einen Kurzfilm hervorragend ausgewählt, die Animation ist liebevoll und detailreich. Dies gilt für alle filmischen Bereiche: das Licht, die Farben, die Szenographie, die Kamera, die Montage. Die Musik ist gefällig, aber passend und unaufdringlich. Einige Ideen sind besonders schön, so etwa wenn Greta die alten Fotos ihrer Oma, die sie an ihre Jugend erinnern, ausmalen will. Überhaupt ist die Art und Weise, wie Erinnerungen generationsspezifisch reflektiert werden, von großer Raffinesse.
DIE ALLER LANGWEILIGSTE OMA AUF DER GANZEN WELT ist ein durchgängig gelungener Animationsfilm, der ein schwieriges und komplexes Thema auf verblüffende Weise kindgerecht erzählt.