Where Art Thou? - Eine Mississippi-Odyssee O Brother

Kinostart: 19.10.00
2000
Filmplakat: Where Art Thou? - Eine Mississippi-Odyssee O Brother

Kurzbeschreibung

Drei entflohene Sträflinge begeben sich auf eine Odyssee durch den Süden der USA, eine Abenteuerreise durch Film, Musik und Fotografie der 30er Jahre.
Prädikat wertvoll

Filminfos

Gattung:Komödie
Regie:Joel Coen
Darsteller:John Turturro; George Clooney; Tim Blake Nelson
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:107 Minuten
Kinostart:19.10.2000
Verleih:Universal
Produktion: Universal International Films, Inc., Universal International Films; Touchstone Pictures;
FSK:12

Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

Allen Ernstes und allen Spasses haben sich diesmal die Brüder
Coen die "Odyssee" als Vorlage genommen und sie in die 30er-Jahre
der Südstaaten verlegt. Die drei Hauptfiguren sind die einzigen
weißen Kettensträflinge weit und breit. Und sie sind auf der
Flucht. Erst geht es um einen Schatz, dann darum, eine Hochzeit
(hallo "Odyssee") zu verhindern. Dazu gibt es einen großen,
dicken Sack mit Zitaten, Anspielungen, Witzen, Slapsticks, Gags
und Klamauk. Aber auch ernste Themen wie Wahlkampf, Wahrheit und
Wertewandel werden angepackt und kräftig durcheinander gewirbelt.

Beachtlich ist die Bildgestaltung, die auch farblich Wagnisse
eingeht. Die Musik ist stimmungsvoll und enthält eine
Erzählebene, die sich einem nichtamerikanischen Publikum sicher
nicht ganz erschliessen läßt. Der Film erzählt respektlos und
ironisch, ohne Scheu vor Kitsch und Trivialität, vor Sentiment
und Melodram. Da gibt es surreale Anklänge und szenisch dichte
Momente, präzise Sequenzen und filmische Kalauer. Da gibt es den
schwarzen Blues-Musiker, der seine Seele an einer Kreuzung dem
Teufel verkauft, da gibt es tumbe Kameraden, verlogene Politiker,
verzweifelte Mütter, zynische Bibelverkäufer. Da gibt es kleine
Gauner und große Herzen. Und es gibt ein Clark-Gable-Double, den
Star George Clooney, der aus all dem herausfällt. So wenig sich
sein Haarschopf von der Pomade glätten läßt, so struppig ist der
Film - aber eben auch so uneinheitlich. Die ganze "Odyssee" hat
es nicht über den Mississippi geschafft.