WEISSER OLEANDER

Kinostart: 19.12.02
2002
Filmplakat: WEISSER OLEANDER

FBW-Pressetext

Eine ungewöhnliche Coming-of-Age-Geschichte, sensibel und ohne Rührseligkeit, modern und souverän in Szene gesetzt und getragen von zwei hervorragenden Darstellerinnen.
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Gattung:Drama
Regie:Peter Kosminsky
Darsteller:Renée Zellweger; Michelle Pfeiffer; Alison Lohman
Drehbuch:Mary Agnes Donoghue
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:110 Minuten
Kinostart:19.12.2002
Verleih:Tobis
Produktion: Pandora/Gaylord Films/John Wells Production/Oleandor Production, Warner Bros. Productions;
FSK:12

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Nicht jede literarische Vorlage, wie Janet Fitch’s gleichnamiger Bestseller, wird von Hollywoods Drehbuchkünstlern so überzeugend und eindrucksvoll adaptiert. Und die Dialogpassagen, vor allem zwischen der jungen Astrid und ihrer Mutter im Zuchthaus, gehören zur Kategorie „Spitzenklasse“. Daraus entstand ein Film, der durch Inhalt, Dramaturgie und Präsenz der Darsteller wie Nadelstiche unter die Haut geht. Zu erleben, wie eine Mutter aus unerfülltem Leben und aus Frust ihre Tochter dominiert und zu ihrem Spiegelbild zu machen versucht, ist hart, manchmal gnadenlos. Selbst als verurteilte Mörderin versucht sie aus dem Zuchthaus heraus, noch die Saat des Bösen in das schwere Leben der jungen Tochter, in drei Pflegefamilien und im Jugendheim, zu streuen. Wie die junge Astrid sich schließlich befreit und sich der Kraft der Mutter ebenbürtig entgegenstellt, ist beachtlich.

Der Film steht und fällt mit den starken Frauenrollen. Männer spielen nur eine untergeordnete Rolle. Daß die Debütantin Alison Lohman mehr als eindrucksvoll und vielschichtig zu überzeugen vermag, Robin Wright Penn, Renée Zellweger und Svetlana Efremova als Pflegemütter souverän spielen und Michelle Pfeiffer zu einer „Oscar“-reifen Leistung aufläuft ist das Verdienst der sicheren Führung und perfekten Inszenierung von Peter Kosminsky. Mit künstlerisch präzisen und ökonomisch kurzen Szenen verdichtet sich die Geschichte eindrucksvoll. Eine gute Kamera und treffliche Montage sowie die unaufdringlich passende musikalische Begleitung gehören zu den weiteren Pluspunkten dieses eindrucksvollen Films.