Unbeugsam - Defiance

Kinostart: 23.04.09
VÖ-Datum: 01.10.09
2008
Filmplakat: Unbeugsam - Defiance

FBW-Pressetext

Weißrussland 1941: Die aberwitzige Flucht der jüdischen Bielski-Brüder und weiteren 1200 Juden in einem Versteck in den Wäldern ist Thema dieser wahren Geschichte. Regisseur Edward Zwick setzt die historischen Fakten effektvoll in Szene und bringt damit ein mitreißendes und weithin unbekanntes Kapitel Geschichte emotionsreich auf die Leinwand. Neben den herausragenden Darstellern Daniel Craig und Liev Schreiber bestechen auch die gekonnte Kameraarbeit und die perfekt eingesetzte Musik. Ein dichtes, intensives Werk, das gespickt mit biblischen Motiven über die Wurzeln der Rache und den nackten Überlebenswillen auch eine hoffnungsvolle Metapher vom Sieg der Menschlichkeit ist.
Prädikat besonders wertvoll

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Filminfos

Kategorie:Arthouse
Gattung:Drama; Spielfilm; Kriegsfilm
Regie:Edward Zwick
Darsteller:Liev Schreiber; Daniel Craig; Jamie Bell; Alexa Davalos
Drehbuch:Edward Zwick; Clayton Frohman
Weblinks:constantin-film.de; filmsortiment.de;
Länge:137 Minuten
Kinostart:23.04.2009
VÖ-Datum:01.10.2009
Verleih:Constantin Film Verleih GmbH
Produktion: Paramount Vantage, Grosvenor Park Productions, The Bedford Falls Company
FSK:16

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Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Ein filmisches Politdrama mit Ausrufezeichen.

Ein wenig bekanntes Kapitel jüdischen Widerstandes im 2. Weltkrieg: die „Saga“ von den Bielski-Brüdern und den von ihnen geschaffenen Waldlagern, worin mehr als 1200 Juden das Kriegsende überlebten.

1993 erst erschien von der Soziologie-Professorin Dr. Nechama Tec ihr Buch „Defiance: The Bielski Partisans“ („eines der erhebendsten Kapitel der Holocaust-Chronik von Tod und Verzweiflung“), jetzt die Vorlage für Edward Zwicks Film. Eine so bislang nicht erzählte Geschichte, weil sie von Menschen handelt, die sich nicht unterwerfen, sondern zurückschlagen. Von Menschen, die sich nicht mit der Opferrolle abfinden wollten.

Das von Tuvia Bielski, dem Ältesten der Brüder, im Film formulierte Bekenntnis gibt wie in einem Brennspiegel die moralische Botschaft von Defiance wieder:
„Mag sein, dass man uns wie Tiere jagt. Aber wir lassen uns nicht zum Tier erniedrigen. Wir haben uns dafür entschieden, frei zu leben, als Menschen, so lange es uns möglich ist. Jeder Tag, den wir in Freiheit leben, ist wie ein Sieg. Und sollten wir bei dem Versuch zu leben, dennoch sterben, so sterben wir wenigstens als Menschen.“

Edward Zwick hat den Film als Erzählung eines modernen Mythos konzipiert und realisiert, mit mannigfachen Assoziationen zu biblischen Überlieferungen der jüdischen Geschichte (etwa dem Auszug der Kinder Israels aus Ägypten). Massenmord, Hunger und Elend als Elemente einer Passionsgeschichte, die emotional erschüttert und zugleich als Gleichnis berührt.

Edward Zwick: „Die herkömmliche Ikonographie des Holocaust zeigt Juden als Opfer. Für mich war es wichtig zu verdeutlichen, dass es einen Unterschied gab zwischen Passivität und Ohnmacht, dass der Impuls zum Widerstand immer vorhanden war.“
Zwick hat sich mehrfach zu John Ford als seinem stilistischen Vorbild bekannt, es werden aber auch nicht-amerikanische filmische Traditionslinien berührt, denken wir an die Polen Andrzej Wajda (Kanal) und Jerzy Kawalerowicz (Das wahre Ende des großen Krieges), an den Litauer Vitautas Zalakevicius (Niemand wollte sterben) oder an den Russen Elem Klimov (Geh und sieh).

Defiance ist ein epischer Bildersturm aus leisen und aus grellen Sequenzen. Ihm gelingen Momente der Überhöhung und des Pathos ebenso wie archaische Thriller- und Westernelemente. Ein Film auch im steten Wechselspiel von innerer und äußerer Dramatik.