Tango

Kinostart: 29.10.98
1997

Kurzbeschreibung

Nach der schmerzhaften Trennung von seiner Frau stürzt sich ein Theater- und Filmregisseur auf die Vorbereitung, Perfektionierung und Inszenierung einer von Leidenschaft geprägten Tango-Show.
Prädikat wertvoll

Filminfos

Gattung:Musikfilm
Regie:Carlos Saura
Darsteller:Mía Maestro; Miguel Ángel Solá; Cecilia Narova
Drehbuch:Carlos Saura
Kamera:Vittorio Storaro
Schnitt:Julia Juaniz
Musik:Lalo Schifrin
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:115 Minuten
Kinostart:29.10.1998
Verleih:Hollywood Partners Filmverleih
Produktion: Alma Ata International Pictures, Madrid, Alma Ata International Pictures; Terraplen Producciones; Astrolabio Producciones; Adela Pictures; Beco Films;
FSK:6

Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

Der Film reflektiert genretypische Muster aus Tanz- und
Musikfilmen und bindet sie ein in ein Melodram um einen
melancholischen alternden Mann in der Sinnkrise. Immer wieder
gerät die Kamera als Medium der Herstellung einer künstlichen
Wirklichkeit ins Bild. Dieser Demonstrationseffekt unterbricht
die dürftige Geschichte um die Beziehungen der Protagonisten
zueinander und verweist auf das Kunstgeschehen.

Mit theatralischen Mitteln soll ein Musical hergestellt werden.
Die immer neuen Varianten und Kombinationen von hervorragenden
Choreographien zu Tango-Musik werden von einer stilsicher
distanziert und ruhig geführten Kamera in außergewöhnliche
Bildfolgen umgesetzt. Eine effektvolle Lichtgestaltung, eine
interessante Studioausstattung mit u.a. Bildbrechungen durch
Spiegel und zurückhaltend stilisierte Kostüme unterstützen den
Show-Charakter der Tänze, die zeitweise wie eine Reminiszenz an
Vergängliches anmuten. Und hier doppelt sich die innere
Befindlichkeit des Protagonisten, dem der Sinn seiner Arbeit
entfallen ist, mit der künstlichen und sinnentleerten Darstellung
von nachgespielten Problemen im weltentrückten Studio (besonders
in der Soldaten- und Emigranten-Szene).
Es wird gezeigt, wie der Protagonist aus Mangel an eigenem
Empfinden das Abbild einer spektakulären Außenwelt nachgestalten
läßt. Die Wehleidigkeit und Selbstgefälligkeit der
rivalisierenden Männer, die Trost bei einer jugendlichen Tänzerin
suchen, erhalten in diesem Ambiente tragische Züge.