Solino

Kinostart: 07.11.02
2002
Filmplakat: Solino

FBW-Pressetext

Liebevoll gezeichnetes Schicksal einer italienischen Gastarbeiterfamilie als authentisches, berührendes und wunderschönes Erzählkino.
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Gattung:Drama
Regie:Fatih Akin
Darsteller:Moritz Bleibtreu; Barnaby Metschurat; Antonella Attili
Drehbuch:Ruth Toma
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:121 Minuten
Kinostart:07.11.2002
Verleih:X Verleih
Produktion: Wüste Filmproduktion, Wüste Film West; WDR; Arte; Bavaria Film; Multimedia Film- und Fernsehproduktion;
FSK:12

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Fatih Akin ist ein bemerkenswert wandlungsfähiger Filmemacher. Mit „Solino“ inszenierte der deutsch-türkische Regisseur einen überwiegend italienischsprachigen Film und zeigt sich dabei italienischer als ein Italiener. Mit viel Einfühlungsvermögen verfolgt er das Schicksal einer Gastarbeiterfamilie im Ruhrpott in einem sich über zwei Jahrzehnte spannenden epischen Bogen, in dem es nicht nur um Gastarbeiterproblematik geht, sondern auch um Bruderzwist und die Sehnsüchte eines Film- und Kinomachers („Cinema Paradiso“ läßt grüßen), vor allem aber erzählt der Film vom Weggehen und Heimkehren.

„Solino“ ist ein italienischer „Heimatfilm“, könnte man sagen. Geschickt spielt der Film mit unterschiedlichen Tempi. Mitunter scheint er von südländischem Temperament überzusprudeln, aber wenn es sein muß, läßt er sich auch Zeit und Ruhe. Der Tempowechsel und das Timing stimmen genau. So findet der Film immer den richtigen Ort für große Gefühlsausbrüche, aber auch für eine genaue Zeichnung seiner Figuren und ihrer Widersprüchlichkeiten. Insbesondere Moritz Bleibtreu in der Rolle des „Bösewichts“ wird von der Regie sorgfältig geführt, und, als ewig zu kurz Gekommener, dem Zuschauer letztendlich sympathisch vermittelt. Mit derselben liebevollen Wärme behandeln Regie und Kamera die übrigen Mitglieder der Amato-Familie, holen Emotionen heraus und lassen trotz der Länge des Films den Zuschauer, geradezu Soap-Opera-süchtig geworden, den weiteren Fortgang der Erzählung erwarten. Ein besonderer Höhepunkt ist am Schluß der - schwierig zu inszenierende - „Film im Film“, der - in lakonischer, an Tati erinnernden Kürze - die endgültige Heimkehr des Jüngeren der Brüder signalisiert.