Sinn und Sinnlichkeit

Kinostart: 07.03.96
1995
Filmplakat: Sinn und Sinnlichkeit

Kurzbeschreibung

In der vom Materialismus und Standesdünkel geprägten englischen Gesellschaft des 19. Jh. versuchen zwei charakterlich unterschiedliche Schwestern, ihren Traum von der großen Liebe zu verwirklichen.
Prädikat wertvoll

Filminfos

Kategorie:Spielfilm
Gattung:Drama
Regie:Ang Lee
Weblinks:filmsortiment.de; -Night-Edition.html;
Länge:136 Minuten
Kinostart:07.03.1996
Verleih:Columbia
Produktion: Mirage Productions, Mirage Productions;
FSK:6

Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

Ein Film von besonderer Schönheit, dessen Darstellung überzeugend auch im Detail ist, der auch aktuell ist, obwohl er uns beinahe 200 Jahre in die Vergangenheit zurückführt.
Für eine Minderheit dämpft nur die subjektive Distanz zu Kostümfilmen die Akzeptanz dieses Filmes. In der Diskussion wird hervorgehoben, daß die Rolle der Frauen sich nicht wesentlich verändert hätte, daß nur die Formen des Umgangs miteinander andere wären und daß man heute auch wirtschaftlich für sich selber sorgen könnte. Die Frauen täten heute so, als ob sie frei seien, das sei aber nicht so, denn das, was der Film zeige, wiederhole sich in allen Jahrhunderten.

Es ist ein Film, der einen Umbruch der Werte zeigt, einen Übergang von der feudalen Gesellschaft, mit ihrer gesicherten Versorgung aller Angehörigen, in den Kapitalismus, in dem die Werte plötzlich in Geld ausgedrückt werden. Die Darstellung des Verhaltens der Menschen in diesem Werteumbruch ist bis in die Details hinein überzeugend - wenn sie vielleicht auch manchmal karikierend wirkt, was aber dem Verständnis dienlich ist.

Es ist zugleich ein Film des Umbruchs von der Klassik in die Romantik. Einerseits bestechend durch die Zitate aus Shakespeare-Sonetten, andererseits durch das rundum romantische Gemälde, das vorgeführt wird, wenn auch die Außenaufnahmen (Landschaften) einer Minderheit des Ausschusses etwas zu schwelgend erscheinen.

Die Regie findet einen eigenen Rhythmus, sie hat sich empfindsam in ihre Rolle als Interpretin von Jane Austen versetzt und zeigt zugleich eine Zeit der Empfindsamkeit, die wir vermissen und die eine Gegenwelt zu unserer ist. Kamera und Musik werden einhellig gelobt und haben überraschende Einfälle.

Hervorgehoben werden die weiblichen Darsteller in ihren Rollen. Kritisch wird die Ungelenkheit von Hugh Grant gesehen, die aber für die Mehrheit durchaus der Last zu entsprechen scheint, die dieser Held letzten Endes über weite Strecken im Film tragen muß.