Palermo Shooting

Kinostart: 20.11.08
VÖ-Datum: 12.06.09
2008
Filmplakat: Palermo Shooting

FBW-Pressetext

„Warum werde ich nicht satt?“ Frei nach einem Song der Toten Hosen fragt sich Finn (Campino), ein erfolgreicher Fotograf mit einem Leben auf der Überholspur, wieso er sich so leer fühlt. Ein knapp verhinderter Frontalzusammenstoß auf einer Schnellstraße öffnet ihm die Augen: Etwas muss sich ändern. Die Suche nach Lebenssinn und Lebensfreude führt ihn ins süditalienische Palermo, und eine mystische Geschichte beginnt. Campino verkörpert glaubhaft den ausgebrannten Vollprofi zwischen Arbeit, zahlreichen Partys und der Flucht vor Stille. Wim Wenders neues Drama ist ein philosophischer Film mit ausdruckstarken Bildern, großer Symbolik und vielen Botschaften.
Prädikat besonders wertvoll

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Filminfos

Kategorie:Arthouse
Gattung:Drama; Spielfilm
Regie:Wim Wenders
Darsteller:Dennis Hopper; Giovanna Mezzogiorno; Campino; Inga Busch
Drehbuch:Wim Wenders
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:108 Minuten
Kinostart:20.11.2008
VÖ-Datum:12.06.2009
Verleih:Senator
Produktion: Neue Road Movies, Neue Roadmovies Produktion, ZDF, ARTE, France Cinéma
FSK:12
Förderer:FFA; MBB; Filmstiftung NRW; DFFF

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Finn ist Fotograf und gibt sich nicht mit Kleinigkeiten zufrieden. Sein Element ist das 360°-Foto, das manipuliert und auf Großleinwänden wiedergegeben wird. Finn führt ein schnelles, von äußeren Einflüssen geprägtes Leben. Eines Nachts erlebt er beim Fotoshooting im nächtlichen Düsseldorf in seinem englischen Sportwagen beinahe einen Verkehrsunfall und weiß, das war knapp, nur noch ein kleiner Schritt vom Leben in den Tod.

Palermo heißt „der große Hafen“, erfährt Finn, der sich in einer Lebens- und Schaffenskrise fühlt, und so fährt er nach Palermo, ein Aufbruch mit unbekanntem Ziel. Er durchlebt eine Sinnkrise, erinnert sich an seine Mutter und fühlt sich verfolgt. Als ein Pfeil knapp an ihm vorbei eine Mauer durchbohrt, spürt er, dass er keine Zeit mehr verschwenden sollte. Die Begegnung mit einer schönen, melancholischen Restauratorin führt ihn zu einem neuen Leben.

Der Film greift mehrere Themen auf, die er immer wieder variiert. Licht und Schatten, Zeit und Tod sind die Parallelen, die in Symbolik münden. Die Bilder in Braun- und Gelbtönen spiegeln die morbide Schönheit Palermos und kontrastieren die anfänglich satten Farben, des schnellen Fotografenlebens.

Wenn der Tod in Gestalt Dennis Hoppers zum ersten Mal im grauen Mantel auftritt, ist der Mut des Regisseurs zu bewundern, mit schlicht gehaltenen Dialogen großes Pathos zu erzeugen. Die Figur der Restauratorin Flavia, die Finn fortan als Schutzengel begleitet, mutet ebenso melancholisch an wie die Gassen Palermos. Vor Finn scheinen sich alle zurückzuziehen: Selbst eine Ziege verschwindet, als er sie fotografieren will. Hat der Tod seine Hand im Spiel, wenn Finns Identität als Fotograf auf dem Spiel steht?

Die Präsenz des Toten-Hosen-Sängers Campino verblasst zwar ein wenig neben der schauspielerischen Könnerschaft Dennis Hoppers. Dies wird allerdings durch großartige Bilder des Kameramanns Franz Lustig wieder wett gemacht.

Insgesamt wird die mystische Atmosphäre Palermos eindrucksvoll wiedergegeben, und die sehr persönliche wirkende Geschichte, die Wenders hier erzählt, trägt neben melancholischen Zügen manchmal auch komische, wenn etwa der Tod seine Abneigung gegen digitale Manipulation beschreibt.

Die FBW-Jury zeigte sich fast einstimmig restlos begeistert und vergab das Prädikat besonders wertvoll.