Napola - Elite für den Führer

Kinostart: 13.01.05
2004
Filmplakat: Napola - Elite für den Führer

FBW-Pressetext

Perfekt und spannend inszeniert und überzeugend gespielt ist dieser Film in erster Linie ein psychisches Jugenddrama und keine dokumentarische Beschreibung und Aufarbeitung der NS-Zeit. Und so gelingt es ihm vor allem auf emotionaler Ebene, den nazistischen Jugendkult und Größenwahn zu vermitteln.
Prädikat wertvoll

Filminfos

Gattung:Drama
Regie:Dennis Gansel
Darsteller:Tom Schilling; Max Riemelt; Heinrich Vogler
Drehbuch:Maggie Peren; Dennis Gansel
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:115 Minuten
Kinostart:13.01.2005
Verleih:Constantin Film Verleih GmbH
Produktion: Olga Film GmbH, Constantin Film Produktion; Seven Pictures Film;
FSK:12

Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

Man kann dem Autor und Regisseur Dennis Gansel zu seinem Mut gratulieren, sich an das Thema „Napola“ herangewagt zu haben.
Es gibt viele positive Merkmale, die zum Gelingen dieses mit großer Sorgfalt und beachtlichem Aufwand produzierten Films beigetragen haben:
Hervorragend ist die Besetzung der Haupt- und Nebenrollen und eindrucksvoll ihr Spiel unter sicherer Führung. An ihrer Spitze Max Riemelt und Tom Schilling als Freundespaar, das an der Grausamkeit des Systems zerbricht. Erstklassig ist auch die Arbeit der Kamera und die musikalische Begleitung durch den eigens für den Film komponierten Soundtrack von Normand Corbeil. Ein Lob auch dem Bemühen um historische Genauigkeit in der Zeitschilderung, sowie der sorgfältigen Ausstattung.
Dennis Gansel konzentrierte sich vor allem auf die Entwicklung der Freundschaft zwischen Friedrich und Albrecht, ihrem Wandel von Anhängern zu Gegnern des Systems und der daraus entstehenden Katastrophe. Er versäumte auch nicht, zentrale erwachsene Figuren eindeutig zu zeichnen, so zum Beispiel die Väter der beiden Protagonisten, der Arbeitervater als Gegner des Nationalsozialismus und der proletenhafte Gauleiter. Dann der Leiter der Napola, einige der Lehrer, Friedrichs Boxpromoter oder der Sportlehrer, der in höchster Gefahr seine Gruppe feige im Stich läßt.
Was man dem Film aber mit nicht unerheblicher Kritik vorwerfen muß ist, daß er eine stärkere Differenzierung der Figuren innerhalb der Schülergruppen des Elite-Internats versäumt. Die psychologische Gehirnwäsche, die Erziehung der Jungen zu glühenden „Kindern des Führers“ und des Nationalsozialismus ist nur andeutungsweise zu erkennen. Kaum glaubhaft ist auch das Fehlen gegenseitiger Unterdrückung oder von in solchen Gemeinschaften üblichen Denunziationen.