Machtlos

Kinostart: 22.11.07
2007
Filmplakat: Machtlos

FBW-Pressetext

Auf welche Machtlosigkeit will der Titel hinweisen: die gegenüber des Terrors oder ist es die Hilflosigkeit, die dazu verleitet, den Pfad der Gerechtigkeit und der Demokratie zu verlassen, um gegen den Terror zu kämpfen? Nachdenklich stimmt diese tiefgründige und emotional dichte Geschichte, sie hält ihr Publikum in Atem und verwebt drei Dimensionen der Sicherheitshysterie mit einander, spannt den Bogen von der großen Politik bis in die Intimität der Familie. Ein perfekt gemachter Film mit einer authentischen Sprache, der einen hektischen Inhalt mit ruhigen Bildern erzählt.
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Kategorie:Arthouse
Gattung:Thriller; Spielfilm
Regie:Gavin Hood
Darsteller:Meryl Streep; Reese Witherspoon; Jake Gyllenhaal; Alan Arkin
Drehbuch:Kelley Sane
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:122 Minuten
Kinostart:22.11.2007
Verleih:Warner
Produktion: New Line Cinema, Anonymous Content; Dune Films; Level 1 Entertainment; MID Foundation;
FSK:16

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Nach Tsotsi ist Oscar-Preisträger Gavin Hood mit seinem neuesten Werk in Hollywood angekommen und setzt auch hier gleich Maßstäbe für die vielschichtige Inszenierung eines Polit-Thrillers, der sich der US-Paranoia im „War of Terror“ widmet.

Wie weit sind die USA bereit, ihre Bürgerrechte zu dehnen und auszusetzen in ihrem international ausgetragenen Krieg gegen den weltweiten, vor allem aber gegen die USA gerichteten Terror? Diese zentrale Frage und der Appell an die Zivilcourage eines jeden einzelnen sind die zentralen Punkte des Films.

Äußerst geschickt eingewoben und spannend bis zum Schluss sind darin außenpolitische Aspekte der Suche nach den vielfältigen Gründen des internationalen Terrors – und schon diese kritischen Ansätze sind ungewöhnlich für eine US-Produktion angesichts des sonst in den USA weit verbreiteten Desinteresses an außenpolitischen Fragen.

Machtlos ist in Teilen von geradezu shakespearehaft tragischer Größe bei der kunstvollen, stets glaubhaften Verwobenheit individueller Schicksale und politischer Realitäten. Nach Von Löwen und Lämmern ist dies ein weiterer Film, der sich mit politischen Fragen auseinander setzt, die über die USA hinaus auch hierzulande wert wären, einmal eingehender diskutiert oder gar filmisch aufgearbeitet zu werden.

Geschickt werden hier die Mittel des Polit-Thrillers eingesetzt, um - getragen von einer kraftvollen Bildsprache – das Publikum an aktuelle Fragestellungen im Hinblick auf Menschenrechte heranzuführen. Mit diesem Film beweist Hollywood, dass es jenseits der Fähigkeit zur industriellen Produktion von Block Bustern durchaus in der Lage ist, kritische, politisch relevante Filme zu produzieren, die sich den Stilmitteln des großen Kinos bedienen, um eine möglichst breite Zuschauerzahl anzusprechen, ohne die Inhalte darüber preiszugeben.