London liegt am Nordpol

Filmplakat: London liegt am Nordpol

FBW-Pressetext

Ein heißer Sommertag: der geistig Behinderte Peter geht mit seiner Mutter ins Schwimmbad und trifft dort auf Laura und ihre Clique. Obwohl sich der 15jährige Außenseiter sonst gern in der Fantasie-Welt seiner Comic-Helden versteckt, versucht er an diesem Tag doch Kontakt zu den anderen aufzunehmen, was nicht ohne Konflikte gelingt. Technisch bestens umgesetzt, mit einer sensiblen Kameraführung und einem guten Gefühl für das Setting bietet dieser Kurzfilm einen idealen Diskussionsansatz zum Thema Integration von jugendlichen Behinderten. Besonders gelungen sind auch die Traumsequenzen, in denen die Sehnsüchte des jungen Protagonisten eingefangen werden. Ein anregender, lebensnaher Film ohne falsche Betroffenheit!
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Gattung:Jugendfilm; Kurzfilm
Regie:Achim Wendel
Darsteller:Lukas Krämer; Jana Müller; Tim Meter; Annalena Karl
Drehbuch:Achim Wendel; Andreas Klee
Kamera:Michael Heinz
Schnitt:Achim Wendel; Andreas Klee
Musik:Peter Gromer
Webseite:;
Weblinks:;
Länge:19 Minuten
Produktion: Langmatt Media Benjamin Huber
FSK:6
Förderer:FFA

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Ein Tag in einem Freibad. Integriert im fröhlichen Treiben auch eine kleine Gruppe junger Behinderter mit ihren Begleitern. Dem 15jährigen Peter merkt man seine geistige und sprachliche Behinderung zunächst nicht an, noch dazu bezeichnet er sich selbst als „Peter from London“.

Dramaturgisch geschickt und auch glaubhaft erzählt der Film den Versuch von Peter, sich den gleichaltrigen Jugendlichen anzunähern, wobei sein Augenmerk besonders auf die hübsche Laura fällt. Dass er dabei als krasser Außenseiter auch in dramatische Situationen gerät ist folgerichtig und sensibel gezeichnet. Und ebenso schön ist die Gestaltung seiner Fantasiewelt, in der sich der Comic-Liebhaber zu flüchten weiß.

Lukas Krämer spielt unter einer sehr guten Führung erstaunlich sicher und überzeugend, was auch auf die anderen jungen Protagonisten zutrifft. Ein besonderes Lob verdient die gute Kamera, angereichert mit schönen Unterwassereinstellungen, die allerdings teilweise etwas zu lang geraten sind.

LONDON LIEGT AM NORDPOL ist der Glücksfall einer genauen und eindringlichen Studie über Verhaltensweisen und Sehnsüchte des 15jährigen Peter, der seit seiner Kindheit geistig behindert ist. Der Film nimmt seine Träume und Wünsche ernst, gerade indem er ihn nicht idealisiert und auch seine aggressiven Schübe zum Gestaltungselement macht.

Auch der Schluss wird offen gehalten, sehr zum Nutzen des Diskussionsangebotes.