Lichter

Kinostart: 31.07.03
2002
Filmplakat: Lichter

FBW-Pressetext

Kunstvoll miteinander verbundene Einzelschicksale von Menschen an der Grenze, ihren Hoffnungen, ihrer Verzweiflung und Desillusionierung. Ein starkes und realistisches Stück deutschen Gegenwartskino.
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Gattung:Drama
Regie:Hans-Christian Schmid
Darsteller:August Diehl; Sergej Frolov Anna Janowskaja Ivan Shvedoff Sebastian Urzendowsky
Drehbuch:Hans-Christian Schmid; Michael Gutmann
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:105 Minuten
Kinostart:31.07.2003
Verleih:Prokino Filmverleih
Produktion: Claussen + Putz Filmproduktion GmbH, ZDF; Arte;
FSK:12

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Fünf reale Geschichten von heute, von der Wohlstandsgrenze: Der reale Kapitalismus diesseits und jenseits der Oder, in Frankfurt und Slubice, Deutschland und Polen. Allesamt kleine Existenzen sind sie, die vielen (und auch überraschend vielen jungen) Filmprotagonisten. Den Kopf halten sie nur knapp über dem Wasser. Überall geht es um Geld, Geld, Geld. Und um die Suche nach einem Platz im Leben. Beides ist knapp und stets gefährdet.
Da sind das ukrainische Flüchtlingspaar mit Kleinkind, das in den Westen will, der polnische Taxifahrer, der verzweifelt Geld für das Kommunionskleid seiner Tochter zusammenkratzt, eine junge deutsche Dolmetscherin beim Bundesgrenzschutz und eine polnische für deutsche Investoren, ein entlaufenes Heimmädchen und zwei junge Zigarettenschmuggler. Und Ingo, der Matratzenhändler, dem die Existenz zerbröselt, auch er eine „arme Sau“, wie man so leichthin sagt. Keinen von ihnen führt der Film vor. Den Filmfiguren folgt er nicht von einem zynischen oder politpropagandistischen Standpunkt aus, sondern mit Handkamera und unaufdringlicher Empathie.
Sehr sicher in seinen Mitteln, macht der Film von nichts ein Aufheben, bleibt ganz dicht an seinen allesamt unauffällig, aber hochprofessionell agierenden Darstellern, hält durchgängig die Spannung und weckt Interesse. Die Dramaturgie ist bis ins kleinste ausgefeilt. Aber all die Arbeit und Kunst tritt bescheiden auf und zurück, um das erfahrbar zu machen, was im deutschen Film so selten Programm ist (Filmzitat): „Willkommen in der Wirklichkeit!“