La Mala Educación - Schlechte Erziehung

Kinostart: 30.09.04
2004
Filmplakat: La Mala Educación - Schlechte Erziehung

FBW-Pressetext

Gegenwart und Vergangenheit, Fiktion und Realität verbindet Almodóvar in seiner kunstvoll arrangierten Beschreibung einer von Männern dominierten Gesellschaft, die von sexuellem Mißbrauch, Homosexualität, Erpressung und Lügen geprägt ist. Ein verstörendes, vielschichtiges Meisterwerk.
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Gattung:Drama
Regie:Pedro Almodóvar
Drehbuch:Pedro Almodóvar
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:106 Minuten
Kinostart:30.09.2004
Verleih:Tobis
Produktion: El Deseo D.A.S., L.U., TUE; Canal +;
FSK:12

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

In Pedro Almodóvars sehr komplexem Drama geht es um Lug und Trug, Lüge und Täuschung, Liebe, Leidenschaft und Laster. Große Themen, die der spanische Regisseur in eine Geschichte gebettet hat, in der es vordergründig um die vielen Facetten von Männerliebe geht. Vor allem geht es um eine Beziehung, die hinter den Mauern einer Klosterschule ihren Anfang genommen hat und in der ein Priester eine üble Rolle spielt – nicht so sehr, weil er sich an den einen der beiden Zehnjährigen heranmacht und sich in das Kind verliebt, sondern, weil er das Vertrauen des Jungen ausnutzt und ihn so im wahrsten Sinne des Wortes mißbraucht. Er zerstört die Freundschaft zwischen seinem Opfer und dessen erster großer Liebe, einem gleichaltrigen Schüler.

Doch Almodóvars Film ist keine weitere Abrechnung mit Kindesmißbrauch in der katholischen Kirche, ein Thema, das ja zur Zeit sehr en vogue ist. Gerade der Priester, der sich in seiner unseligen Leidenschaft verfängt, ist eine der interessantesten Figuren des Films, ein gebrochener Mann. Aber auch alle anderen Charaktere sind gebrochen und ambivalent, verstrickt in Schuld und Verzweiflung. Die Irrwege der Liebe, individuelle Schwächen und Enttäuschungen prägen den Lebenslauf aller Figuren in diesem Melodrama, das alle Möglichkeiten der ästhetischen Farbgebung einsetzt und auskostet und sich vor allem der Musik genial bedient, um Stimmungen zu beschwören, atmosphärische Dichte zu erzeugen und die Spannung zu erhöhen.