Kiss and Run

Kinostart: 14.10.04
2002
Filmplakat: Kiss and Run

FBW-Pressetext

Locker aneinandergereihte Szenen aus dem monotonen Alltag eines jungen Paares u.a. in Frankfurt/M. Unterhaltsame, um Authentizität bemühte Milieubeschreibung.
Prädikat wertvoll

Filminfos

Gattung:Komödie
Regie:Annette Ernst
Darsteller:Maggie Peren; Ken Duken; Anja Herden
Drehbuch:Maggie Peren
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:91 Minuten
Kinostart:14.10.2004
Verleih:ZuG Filmverleih
Produktion: Stoked Film, Division of Luna Park 64 MKP GmbH, ZDF;
FSK:12

Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

Erst nach längerer Diskussion konnte sich der Bewertungsausschuß mehrheitlich für die Vergabe eines Prädikates entschließen. Dies in erster Linie in Anerkennung der inszenatorischen Leistung von Annette Ernst, der es gelungen ist, eine große Zahl von originellen und atmosphärisch stimmigen Episoden zu gestalten und miteinander zu verknüpfen.

Nach Meinung des Ausschusses mangelt es dem Film in erster Linie an einem ausgefeilten Drehbuch, das diese Episoden zu einem überzeugenden Ganzen zusammenfügt und eine zentrale Geschichte anbietet, die eine glaubhafte Entwicklung der Protagonisten aufweist, einen entsprechenden Spannungsbogen aufbaut und zu einem dramaturgischen Höhepunkt führt.
So reihen sich belanglose wie auch überzeugende Szenen aneinander. Szenen, in denen fast nichts passiert und dann wiederum reizvolle, wie das Casting von Emma vor einem leeren Fensterrahmen oder kraftvolle wie die entscheidende Auseinandersetzung zwischen Max und Emma in der Videothek. Daß auf diese Weise sich keine große Spannung aufbauen kann und der Film von Episode zu Episode leichtgewichtig dahinplätschert, ist deshalb nicht verwunderlich, zumal selbst die Hauptfiguren nur wenig Konturen zeigen und die Zeichnung der Nebenfiguren zur Nebensächlichkeit gerät. In dem ghettoähnlichen Milieu einer Frankfurter Hochhausiedlung vermißt man auch einen glaubhafteren Einblick in das Lebensumfeld der Hauptfiguren. Warum werden die Eltern von Max nur einmal streiflichtartig gezeigt, und warum wird das Leben von Emmas Mutter und ihrer kleineren Geschwister nicht besser herausgearbeitet?
Ein Lob verdient die passende Besetzung der Hauptrollen, wobei die Darsteller – vor allem Ken Duken und Maggie Peren - ihren Möglichkeiten entsprechend wohl nicht voll gefordert wurden.
Eine gute Kamera zaubert einfallsreiche Perspektiven und der Soundtrack ist dem Film sehr angemessen, wobei die eine oder andere ruhige Szene mit etwas musikalischer Begleitung sicher an Spannung gewonnen hätte.