Julie und die roten Schuhe

VÖ-Datum: 07.06.18
2016
Filmplakat: Julie und die roten Schuhe

FBW-Pressetext

Charmant unterhaltsame Musicalkomödie aus Frankreich rund um eine junge Frau, die nach langer Suche einen neuen Job in einer Schuhfabrik und ihre große Liebe findet.

Julie hat einfach kein Glück bei der Jobsuche. Als sie dann endlich in einer Fabrik für Luxusschuhe eingestellt wird, ist die junge Frau entschlossen: Diesen Job wird sie behalten. Doch ausgerechnet jetzt brodelt es in der Firma. Stellen sollen abgebaut werden, heißt es. Die Fabrikarbeiterinnen in der Herstellung wollen sich das nicht bieten lassen und setzen alle Hebel in Bewegung. Doch wie soll man dem Chef beweisen, dass ihre Jobs nicht durch Billigproduktionen aus Fernost ersetzt werden können? Da kommt den Frauen eine Idee: Wie wäre es, den Klassiker der Firma, einen wunderschönen roten Lackschuh, neu aufzulegen. Und während die Firma um ihr Überleben kämpft, klopft bei Julie auch noch eine neue Liebe mit all ihren verzwickten Verwicklungen an die Tür. Die Musicalkomödie JULIE UND DIE ROTEN SCHUHE von Paul Calori und Kostia Testu ist ein gelungener Mix aus Leichtigkeit und gesellschaftlicher Relevanz. Denn in all den Liedern, die federleicht und farbenfroh inszeniert sind, verstecken sich wichtige Botschaften. Julie, die von Pauline Etienne als liebenswerte Träumerin dargestellt wird, erzählt und singt beispielsweise davon, wie es ist, immerzu mit Existenzängsten leben zu müssen. Und auch die gekonnt inszenierten Ensemblechoreographien der Arbeiterinnen, die mit Pfiff und originellen Ideen aufwarten, geben einen Einblick in eine berufliche Realität, die ganz und gar nicht rosarot erscheint. Dennoch gelingt es dem Film auf leichte Weise, den Zuschauer dank seiner schönen Bilder, der mitreißenden Musik und der stets authentischen Story beschwingt zu unterhalten.
Prädikat wertvoll

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Filminfos

Gattung:Komödie; Spielfilm; Musical
Regie:Paul Calori; Kostia Testut
Darsteller:Pauline Etienne; Olivier Chantreau; Francois Morel; Loïc Corbery; Julie Victor; Clémentine Yelnik; Vladimir Granov
Drehbuch:Paul Calori; Kostia Testut
Kamera:Julien Meurice
Schnitt:Damien Maestraggi
Länge:83 Minuten
VÖ-Datum:07.06.2018
Verleih:Tiberius Film
Produktion: Loin Derrière L'Oural, France 3 Cinéma; Région Rhône-Alpes;

Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

Julie wünscht sich nichts sehnlicher als eine Festanstellung. Für ein Musical ist solch eine Ausgangssituation und auch eine solch pragmatische Protagonistin eine Herausforderung, doch dieser stellen sich die Regisseure Paul Calori und Kostia Testut in ihrem Debütfilm souverän. Auf einer realistischen Ebene zeigt sie, wie ihre Heldin bei einer Arbeit in einem Schuhgeschäft nicht übernommen wird, wie sie mit ihrem Mofa auf Arbeitssuche in der eher ländlichen Gegend geht, nach vielen vergeblichen Versuchen dann in einer Fabrik für Luxusschuhe wiederum auf Probezeit angenommen wird, nur um zu erfahren, dass die Geschäftsleitung plant, den Betrieb zu schließen und die Schuhe in China zu produzieren. Auf der zweiten Ebene wird diese Geschichte in Gesang- und Tanzszenen inszeniert, in denen etwa Julie hoffnungsvoll beschwingt durch eine Bar tanzt, der Firmenchef die Arbeiterinnen mit einem verlogenen Loblied umschmeichelt und die streikenden Frauen sich den streikbrechenden Männern mit stampfenden Schritten im Stil von „Carmen“ entgegenstellen. Diese Musiknummern sind vielleicht nicht perfekt, besitzen aber gerade dadurch einen natürlichen, bodenständigen Charme. Und die Mischung von politischem Kino (der Film zeigt eine erfolgreiche Betriebsbesetzung und welche Macht gerade für Traditionsbetriebe eine zeitgemäße Marketingstrategie haben kann) und einer Abfolge von liebevoll inszenierten Tanznummer ist originell. Für manche Mitglieder der Jury hat der Film jedoch wegen der vielen Musiknummern Längen, weil sie die Handlung nicht wirklich weiterbringen. Und dazu ist die Auflösung des Films für einen Teil der Jury nicht schlüssig und nachvollziehbar. Dagegen überzeugt hat die Jury die schauspielerische und tänzerische Leistung des Darstellerensembles und die Leichtigkeit, mit der hier Drama und Musik verbunden werden.