Jarhead - Willkommen im Dreck

Kinostart: 05.01.05
2005
Filmplakat: Jarhead - Willkommen im Dreck

FBW-Pressetext

Stanley Kubricks „Full Metall Jacket“ lässt grüßen: Der erste Golfkrieg (1990) aus der Sicht eines einfachen Marines. Keine Werbung für den Krieg, wohl aber für das Talent von Regisseur Sam Mendes.
Prädikat wertvoll

Filminfos

Gattung:Kriegsfilm
Regie:Sam Mendes
Darsteller:Jamie Foxx; Jake Gyllenhaal; Peter Sarsgaard
Drehbuch:William Broyles Jr.
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:123 Minuten
Kinostart:05.01.2005
Verleih:Universal
Produktion: Universal Pictures, Inc., Red Wagon Productions;
FSK:12

Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

Nach Meinung des Ausschusses ist „Jarhead“ weder ein ausgesprochener Antikriegsfilm noch ein mit Hurra-Patriotismus ausgestatteter Actioner. Viel mehr handelt es sich um die authentische Umsetzung der Erlebnisse des Marines Anthony Swofford im ersten Irak-Krieg nach seinem gleichnamigen Buch, in dem die Realität des Soldatseins beschrieben wird.

Mit unerbittlich harten Szenen wird der fast menschenverachtende Drill, die Erniedrigung der Auszubildenden bis hin zu ihrer Beugung zu Tötungsmaschinen gezeigt. In gnadenloser Konsequenz zeigt der Film auch die harten Gruppenmechanismen der Soldaten untereinander, findet Bilder und Szenen auch für ihre persönlichen und familiären Probleme fernab der Heimat.
Aberwitzig wie manch andere Szene in diesem Film ist es, dass der Scharfschütze Swofford und seine Kameraden über ein halbes Jahr im Wüstensand gedrillt werden und letztlich bei einem nur viertägigen Kriegseinsatz keinen einzigen Schuss abgeben müssen – oder dürfen.

Die Besetzung ist typgerecht, das Spiel eindrucksvoll realistisch, an ihrer Spitze Jake Gyllenhaal als Swofford. In allen handwerklichen Bereichen kann dem Film eine hohe technische wie auch dramaturgische Perfektion bestätigt werden. Die vereinzelten Soldaten in den brennenden Ölfeldern, der Wüsten-Highway mit den ausgebrannten Autowracks und viele andere Einstellungen sind beeindruckend.

Regisseur Sam Mendes zeigt nach „American Beauty“ und der skurrilen Banalität des amerikanischen Alltags nun ein mindestens ebenso befremdliches Milieu: normale Soldaten in der Realität von Vor-Krieg und Krieg. Hier finden sich Sequenzen, die an Stanley Kubricks „Full Metal Jacket“ erinnern.