I Heart Huckabees

Kinostart: 12.05.05
2004
Filmplakat: I Heart Huckabees

FBW-Pressetext

Intelligent-absurder Nonsens, existenzielle Theorien als Plattitüden oder real-böse Parodie auf modernistische Seelenheilkunde? Nicht dieser hochkarätig besetzte, wortgewaltige und perfekt gemachte Film gibt die Antwort, vielmehr muß der Zuschauer sie sich selbst geben. Viel Spaß!
Prädikat wertvoll

Filminfos

Gattung:Komödie
Regie:David O. Russell
Darsteller:Isabelle Huppert; Jason Schwartzman; Dustin Hoffman
Drehbuch:David O. Russell; Jeff Baena
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:107 Minuten
Kinostart:12.05.2005
Verleih:Fox
Produktion: Fox Searchlight Pictures, Scott Rudin Productions; Qwerty Films; N1 European Film Productions;
FSK:12

Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

Der Film wird wegen seiner Konsequenz bei der systematische Dekonstruktion vieler, aus den 70er und 80er Jahren sattsam bekannter, angeblicher Problemlösungen (im therapeutischen und gesellschaftlichen Bereich u.a.) bei seinem Publikum entweder auf Begeisterung oder völlige Ablehnung stoßen. Ein Unentschieden hat offensichtlich kaum eine Chance. In Form einer existentialsten Komödie mit Elementen einer Screwball-Komödie der 30er Jahre wird in einem rasanten Rundumschlag alles in Frage gestellt, was hinsichtlich des Sinns des Universums und des menschlichen Lebens angeblich eine Lösung anbietet. Themen wie Umwelt, Kommerz, Werbung, Idealismus werden in ihren obskuren Ausprägungen vorgeführt, das New-Age-Denken satirisch auf die Spitze getrieben. Nichts scheint ausgelassen zu sein. Parallelen zu Woody Allen und den Monty Pytons sind offensichlich.
Entsprechend wendet sich auch Albert in seiner Sinnkrise an die „existentialistischen Detektive“ Bernard und Vivian Jaffe, die alle Register ziehen, während sie ihn auf eine Tour de Force der Gefühle und widersprüchlichen Erkenntnisse schicken. Die Dialoge über scheinbare Lösungen im Denken, der Philosophie und der Psychologie sind voller satirischer Spitzen. Visuell ragt die filmische Umsetzung der absurden Alpträume, die der im Leinensack eingeschlossene Albert teilweise beeinflussen kann, als ein Höhepunkt heraus. Nachdem er in das vermeintliche Gegenlager der Ansätze (Nihilismus) geflohen ist, merkt er, daß dieses auch nicht wirklich helfen kann. Und als er schließlich erkennen muß, daß beide Systeme wiederum ein Gesamtsystem ergeben, versucht er, allem zu entfliehen.

Der Film weist auf Seiten der Darsteller ein großes Staraufgebot auf. Allen Beteiligten scheint die Arbeit am Film spürbar größten Spaß bereitet zu haben. Aus diesem Ensemble ragen vor allem Isabelle Huppert, Dustin Hoffman und Jason Schwarzman heraus.
Der ständige Wortschwall und die Wiederholungen im Film erscheinen nicht immer als optimales Mittel, um die Inhalte adäquat wiederzugeben und erschweren zusammen mit der überbordenden Fülle an Elementen und Einfällen möglicherweise den Einstieg. Die Stringenz der filmischen Umsetzung einiger Persiflagen läßt diese zu schnell durchsichtig werden.