Herr der Diebe

Filmplakat: Herr der Diebe

FBW-Pressetext

Ein Kinder- und Jugendfilm mit fantastischen Elementen und mit dem Schau-Platz Venedig. Nicht nur die literarische Vorlage von Cornelia Funke, auch die Regiearbeit von Richard Claus hat internationales Format.
Prädikat wertvoll

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Filminfos

Gattung:Kinder-/Jugendfilm
Regie:Richard Claus
Darsteller:Jim Carter; Caroline Goodall; Rollo Weeks
Drehbuch:Daniel Musgrave; Richard Claus
Buchvorlage:Cornelia Funke
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:98 Minuten
Kinostart:05.01.2005
Verleih:Warner
Produktion: Warner Bros. Pictures, Comet Film; Delux Productions; Fern Gully Films; Warner Bros. Film Productions;
FSK:0

Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

Wie die literarische Vorlage hat auch die filmische Adaption internationales Format. „Herr der Diebe“ ist Unterhaltung für die ganze Familie.

Die Romane von Cornelia Funke sind höchst erfolgreich: „Tintenblut“, „Tintenherz“, die „Gespensterjäger“-Serie und eben „Herr der Diebe“, der bereits vor einigen Jahren auf den Bestsellerlisten stand. Erkenntlich erheben diese Vorlagen nicht den Anspruch, eine völlig neue Art von Literatur für Kinder zu sein.

Banden, in denen Kinder gegenseitig füreinander Verantwortung übernehmen, weil keine Erwachsenen mehr für sie sorgen, sind „klassisch“ spätestens seit Enid Blyton. „Herr der Diebe“ variiert diese Grundkonstellation. Er frönt weder einer Welt, in der die Kinder endlich das Kommando übernommen haben, noch klagt er über das Versagen der Erwachsenen. Der Film will Unterhaltung für die gesamte Familie vor der Leinwand sein - und er ist es.

Unter anderem lässt „Herr der Diebe“ das Phantasma einer Welt entstehen, in der ein Kind kein Kind mehr sein will, sondern ein Erwachsener, weil es nur so den autoritären und sadistischen Erwachsenen entgehen kann. Die Grenzen des rational Fasslichen dehnt auch der optische Höhepunkt des Films, eine Zeitmaschine in Form eines Karussells, das Kinder zu Erwachsenen machen kann und umgekehrt - je nach Bedarf der Geschichte.

Der Ausschuss war sich in der ausführlichen Diskussion lange uneins darüber, wie dieser Film zu bewerten sei. Einerseits wurde er als teilweise „gelackt“ empfunden, auch interessiere er sich im Grunde wohl wenig für eine Durchdringung seiner Figuren. Als Familienunterhaltung, so lautete die am Ende sich knapp durchsetzende Mehrheitsmeinung, funktioniert „Herr der Diebe“ freilich reibungslos, glänzt dabei mit einigen schönen Kranfahrten und einer durchaus liebevollen Ausstattung.