Good Night, and Good Luck

Kinostart: 06.04.06
2005
Filmplakat: Good Night, and Good Luck

FBW-Pressetext

Hochbrisant und aktuell ist George Clooneys Film über den Vorbild-Journalisten Edward R. Murrow, der sich zusammen mit seinem Redaktionsteam der Hetzkampagne des mächtigen Politikers McCarthy entgegen stellte. Der überaus elegante und zu Recht vielfach preisgekrönte Film zeichnet ein geradezu buntes Gesellschaftsbild - in klassischen Schwarz-Weiß-Bildern. Absolut sehenswert!
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Gattung:Drama
Regie:George Clooney
Darsteller:George Clooney; David Strathairn; Robert Downey Jr.
Drehbuch:George Clooney; Grant Heslov
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:93 Minuten
Kinostart:06.04.2006
Verleih:Kinowelt
Produktion: 2929 Entertainment, Participant Productions; Section Eight Ltd.;
FSK:0

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Es steht außer Frage, dass dieser künstlerisch absolut hochwertige und überaus elegante Film auch für das heutige Verhältnis von Politik und Medien und die Entwicklung unserer Medien-Demokratie hochbrisant und hochaktuell ist.

„Good Night, And Good Luck“, mit diesen Worten verabschiedete sich der amerikanische Journalist Edward R. Murrow am Ende seiner CBS-Sendung „See It Now“ stets von seinen Zuschauern. Er war ein Journalist mit Herz und Ethos und er stellte sich entschieden gegen die Hexenjagd-Kampagnen des US-Senators Joseph McCarthy, des „Senators aus Wisconsin“, wie er ihn süffisant nannte.
Am Fallbeispiel zweier US-Bürger, des US Air Force-Soldaten Milo Radulovich und der farbigen Angestellten Anne L. Moss, zeigt der 1953/54 spielende Film in dichten Bildern von Verhören und Redaktionskonferenzen, welche Folgen Demagogie und Hass gegen Andersdenkende erzeugen, wie schmal der Grat ist zwischen Nachforschung und Verfolgung.
Gegen alle Vorgesetzten und Sponsoren setzt sich der Journalist Murrow gemeinsam mit seinen Redaktionskollegen durch, duckt sich nicht weg und deckt schonungslos die Wahrheit auf. Die historische Sendung, in der er es mit dem Kommunistenjäger McCarthy aufnimmt, immer noch eine der Sternstunden des investigativen Fernsehens, wird packend und bewegend nachinszeniert und gekonnt in Szene gesetzt.

Dem überaus ästhetischen Schwarzweiß-Film gelingt es, eine eindringliche Atmosphäre zu erzeugen. Dazu trägt nicht nur das hervorragende schauspielerische Können der Akteure bei, die in ihrer eigenen Welt des Fernsehstudios agieren. Die intensive und ausgetüftelte Kameraarbeit mit Ausschnitten, Nah- und Großaufnahmen bringt Gesichter und Szenen eindringlich nahe. Als weiteres Element atmosphärischer Dichte wirkt die Stimme der Sängerin Diane Reeves.

Die Inszenierung bringt das Thema auf den Punkt, ist so sehr dem Dokumentarischen verwandt, dass die eingefügten dokumentarischen Szenen nicht als Bruch, sondern wie eine Ergänzung wirken. Der Film erfordert in seiner Kargheit und Strenge der Bilder und seiner meist auf Dialogen basierenden Erzählweise die ganze Aufmerksamkeit des Zuschauers. Hohe Konzentration ist erforderlich, um dem Geschehen und seiner Bedeutung zu folgen. Wie ein Kammerspiel inszeniert, bietet der Film nur wenige Schauplätze und konzentriert sich auf die Akteure und ihre Gespräche und Dialoge.

Die engagierte Regiearbeit George Clooneys bietet dem Zuschauer viele Informationen und Einblicke in ein dunkles Kapitel amerikanischer Geschichte, das auch universell zu sehen ist. Das Klima der Angst und Einschüchterung, das hier vermittelt wird, und die Kraft geradliniger und willensstarker Journalisten, die dagegen wirkt, sollte als Appell an einen verantwortungsvollen Journalismus gesehen werden.
Die Geschlossenheit von Zeit und Ort lassen den Film überaus intensiv wirken. Die Warnung, die Manipulation durch Politiker und Medien nicht zu unterschätzen, wird überaus deutlich – und regt auch an zur Auseinandersetzung mit heutigen Problemen und der Oberflächlichkeit des Massenmediums Fernsehen. So gesehen, übernehmen hier der Film und das Kino eine vornehme Aufgabe: „Guten Abend, und viel Glück.“