Geständnisse - Confessions of a dangerous mind

Kinostart: 24.04.03
2002
Filmplakat: Geständnisse - Confessions of a dangerous mind

FBW-Pressetext

Zwischen Wahrheit und Dichtung angesiedelte Lebensbeichte eines amerikanischen TV-Moderators und CIA-Agenten - ein bemerkenswertes Regiedebüt, das die Balance zwischen Komödie und Tragödie hält.
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Gattung:Drama
Regie:George Clooney
Drehbuch:Charlie Kaufmann
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:113 Minuten
Kinostart:24.04.2003
Verleih:Buena Vista Filmverleih
Produktion: Miramax Films Corp., Mad Max Productions;
FSK:12

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Was ist wahr, was ist erfunden? Daß Chuck Barris der Vater der modernen TV-Unterhaltung ist, gehört zu den wenigen Dingen im Leben dieses Mannes, derer man sicher sein kann. Doch was darüber hinaus Fakt und was Fiktion ist, versucht dieser Film gar nicht erst zu klären, sondern läßt sich auf genau dieses Spiel ein. Clooney setzt diese unautorisierte Biografie mit einer entsprechenden ironischen Distanz zur Geschichte und dem Hauptdarsteller in Szene.

Der gesamte Look des Films ist außergewöhnlich, die Einstellungen greifen die Befindlichkeiten des Hauptdarstellers auf, verdeutlichen den fließenden Übergang von überschäumender Kreativität hin zur Paranoia. Die in die Inszenierung integrierte Kulissenschieberei schafft immer wieder ungewöhnliche Szenenwechsel, läßt Realität und Fiktion telegen ineinander übergreifen. Die Kulissenhaftigkeit der Sets in Finnland und Berlin verdeutlicht auch visuell die Zweifel am Wahrheitsgehalt dieses Geständnisses, ohne sich jedoch festlegen zu wollen, wo die Realität aufhört und die Fiktion beginnt.

Der bis in die Nebenrollen prominent besetzte Film läßt seinen Darstellern Raum für ausgelassenes Spiel. Diese Freude am Spiel mit der Wahrheit, die eingeschnittenen Dokumentarszenen mit ehemaligen Kollegen und der selbstreflexiv pubertäre Blick auf das Agentendasein als Leben voller geheimnisvoller Treffen mit tollen Frauen an außergewöhnlichen Orten geben dem Film trotz aller auch bedrückenden Momente im Leben des Protagonisten eine seltsam distanzierende, aber doch zugleich ansteckende Intensität.
Clooney ist mit diesem Film ein stets sicher inszeniertes, bemerkenswertes Debüt gelungen, das auch stilistisch über das hinausgeht, was man aus Hollywood erwartet.