Gespenster

Kinostart: 15.09.05
2005
Filmplakat: Gespenster

FBW-Pressetext

Elemente der französischen nouvelle vague prägen das verhaltene Beziehungsdrama, in dem eine Mutter ihre verlorene Tochter sucht und eine junge Streunerin nach Halt und Liebe.
Prädikat wertvoll

Filminfos

Gattung:Drama
Regie:Christian Petzold
Darsteller:Julia Hummer; Sabine Timoteo; Marianne Basler
Drehbuch:Christian Petzold
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:86 Minuten
Kinostart:15.09.2005
Verleih:Piffl
Produktion: Schramm Film Koerner & Weber, Les Films des Tournelles; BR; Arte France Cinéma; Arte;
FSK:12

Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

Wie Gespenster irren die Protagonisten in Christian Petzolds Film durch Berlin:
Da ist Françoise, traumatisiert durch den Verlust ihres Kindes, die Jahre später und nach psychiatrischer Behandlung immer noch hofft, ihre Tochter wieder zu finden.
Da ist Nina, das Heimkind, das sich in seiner inneren Verlorenheit nach einem Halt im Leben sehnt - sei es die beginnende Freundschaft zu der genauso heimatlosen Toni, sei es das wohltuende Gefühl, plötzlich eine Ersatzmutter gefunden zu haben.
Mit all ihrer spröden, fast ausdruckslosen Art zeigt Julia Hummer als Nina eine ungewöhnlich präsente darstellerische Leistung mit starken Momenten. Sabine Timoteo als Toni und Marianne Basler als in Verzweiflung und Schuldgefühlen versunkene Mutter stehen ihr mit ihren Leistungen keineswegs nach.
Die ungewöhnlich sensible Kamera von Hans Fromm konzentriert sich voll auf die Charaktere der drei Frauen, nie voyeuristisch verletzend, sondern immer Stimmungen unterstreichend.
In seiner spröden, manchmal künstlichen Art fordert der Film sein Publikum. Ein Film, der in viele Einzelszenen zerfällt, der parallel zwei Haupthandlungsstränge erzählt - die Beziehung zwischen den beiden Mädchen und die Suche einer Mutter nach ihrem Kind. Was ist wirkliches Leben und was ist Traumwelt mit Gespenstern?