Gelähmt

Filmplakat: Gelähmt

FBW-Pressetext

Er kann sich nicht mehr bewegen, nichts mehr tun, nicht mehr sprechen. Er ist gelähmt. Die Pfleger, die regelmäßig kommen, wissen das. Sie umsorgen ihn, sprechen über und nicht mit ihm. Er kann ja sowieso nicht antworten. Und anderer Besuch schaut nicht vorbei. Doch eines Abends öffnet sich noch einmal die Tür. Jemand betätigt einen Schalter. Auf einmal ist alles voller Leben, voller Farbe, voller Licht. Vor seinen Augen fließen die Wellen auf und ab. Und in seinen Ohren ertönt das Rauschen des Meeres. So wie früher. Als die See sein Zuhause war. Andreas Wilhelm Spengler beginnt seinen Kurzspielfilm als eindrückliches und sehr realistisches Drama über einen Mann, der aufgrund seiner Beeinträchtigung von seiner Umwelt völlig losgelöst ist. Doch inmitten des nur zweiminütigen Films dreht sich die Geschichte. Dank dem überaus kreativen und originellen Einsatz verschiedener gestalterischer Mittel wie Pappmache und Meeresrauschen auf der Tonebene entführt GELÄHMT nicht nur den Protagonisten, sondern auch den Zuschauer in ein farbenfrohes Land der Fantasie. Und der letzte Schwenk der Kamera offenbar dann auch den Blick in das Leben des Mannes, dessen größte Sehnsucht im Leben das Meer war. Wunderschönes, inspirierendes Kurzfilmkino.
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Gattung:Drama; Kurzfilm
Regie:Andreas Wilhelm Spengler
Darsteller:Helmut Poguntke; Sven Herzog; Tobias Freyer
Drehbuch:Andreas Wilhelm Spengler; Konstantin Reinhart
Kamera:Konstantin Reinhart
Schnitt:Konstantin Reinhart
Musik:Gunnar Petersen; Tobias Haupt
Länge:1 Minuten
Kontakt:info@wilhelmz.de
Produktion: Wilhelmz Medienproduktion Andreas Wilhelm Spengler
FSK:0

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Offensichtlich gelähmt liegt ein alter Mann in einem Krankenbett. Zwei Pfleger versorgen ihn und setzen ihm einen Kopfhörer auf. Meeresrauschen ertönt und der Mann sieht am Fußende seines Bettes bunte Bilder von Wind und Meer und Schiffen vorbeiziehen. Die Kamera schwenkt langsam vom Gesicht des Mannes zur Wand und wir sehen Bilder eines Kapitäns und seines Schiffes….

In nur zwei Minuten gelingt es Andreas Wilhelm Spengler, nicht nur eine farbenfrohe Fantasiewelt zu schaffen, sondern auch tiefe Einblicke in die Lebensgeschichte eines Mannes zu geben. Das ist unter dem Verzicht auf viele Worte äußerst pfiffig, aber vor allem auch liebevoll und phantasiereich durch die Verfremdung mit den bewegten Bildern filmisch umgesetzt. Ein sehr berührender kleiner, aber doch wunderschöner Kurzfilm.