Fateless - Roman eines Schicksallosen

Kinostart: 02.06.05
2004
Filmplakat: Fateless - Roman eines Schicksallosen

FBW-Pressetext

Aus der Sicht eines 14jährigen beschriebener Leidensweg (Budapest, Auschwitz, Buchenwald) ungarischer Juden 1944/45. Tiefbewegendes filmisches Meisterwerk, das Trauerarbeit und Aufklärung gleichermaßen leistet.
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Gattung:Drama
Regie:Lajos Koltai
Darsteller:Áron Dimény; Bela Dóra; Peter Fancsikai; Ándras M. Kecskés; Marcell Nagy
Drehbuch:Imre Kertész; Lajos Koltai
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:140 Minuten
Kinostart:02.06.2005
Verleih:NFP
Produktion: Hungarian Motion Pictures, Ltd., Magic Media; Fateless Produktion; Renegade Films; MDR;
FSK:12
Bildungseinsatz:matthias-film.de;

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Das Schicksal der ungarischen Juden während der Nazidiktatur war schon mehrfach Thema von Spielfilmen. „Fateless“, das Regiedebut des berühmten Kameramannes Lajos Koltai, ist keine Wiederholung bekannter Tatsachen, sondern in seiner Betrachtungsweise neu und deshalb besonders unter die Haut gehend. Nobelpreisträger Imre Kertész zeichnete für das Drehbuch nach seinem eigenen Roman verantwortlich. Im Gegensatz zum Buch inszenierte Koltai – und dafür zeichnet Kertész durch seine filmische Adaption ebenso verantwortlich – erstaunlich emotional. Aus der Sicht eines 14jährigen jüdischen Jungen erzählt, wirkt der Film dadurch noch intensiver, das Grauen des Lagerlebens noch schmerzlicher. Unter Verzicht auf spekulative Bilder hält der Film den Zuschauer in ständiger Spannung. Dies durch das Zusammenspiel der Betroffenen, die teils mitleidlosen, teils von großer Menschlichkeit durchzogenen Dialogpassagen. Daß Lajos Koltai für die musikalische Begleitung den Meister der Emotionen, Ennio Morricone, verpflichtete, war von seinem inszenatorischen Konzept her sicher entsprechend, führt den Zuschauer/Zuhörer angesichts des grauenvollen Geschehens aber teilweise an die Grenze des Zumutbaren.
Zur filmischen Fertigkeit sei nur so viel zu sagen: Für seinen ersten Spielfilm inszenierte Koltai dank einer im Drehbuch vorgelegten perfekten Dramaturgie erstaunlich sicher und führte das durchweg hervorragende Darstellerensemble zu großen Leistungen. Dies auf besondere Weise in seiner erst naiven Sicht, dann duldsamem Leiden der Junge (Marcele Nagy). Kameraführung, Farbgebung, Montage, Bauten und Ausstattung sind weitere herausragende handwerkliche Merkmale eines außergewöhnlichen und bewegenden Filmwerkes.