Fargo

Kinostart: 14.11.96
1995
Filmplakat: Fargo

Kurzbeschreibung

Zur Lösung seiner finanziellen Probleme heuert ein Autoverkäufer zwei Kleinganoven an, die seine Frau entführen und von deren Vater eine stattliche Lösegeldforderung erpressen sollen. Der Plan mißlingt gründlich.
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Kategorie:Spielfilm
Gattung:Thriller
Regie:Joel Coen
Darsteller:William H. Macy; Steve Buscemi; Harve Presnell; Kristin Rudrüd; Peter Stormare
Drehbuch:Ethan & Joel Coen
Kamera:Roger Deakins
Schnitt:Roderick Jaynes
Musik:Carter Burwell
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:98 Minuten
Kinostart:14.11.1996
Verleih:Concorde
Produktion: Bundesbeauftragte für Kultur*, PolyGram Filmed Entertainment; Working Title Films Production;
FSK:16

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Das Leben, heißt es, schreibe die schönsten Geschichten. Aber es liefert auch die gräßlichsten Moritaten. Eine mit garantierter Authentizität sah so aus: Ein tief verschuldeter Mann ließ von Gangstern seine eigene Frau entführen, um an dem Lösegeld, das sein vermögender Schwiegervater zahlen sollte, zu profitieren. Es wurde eines der dilettantischsten Kidnappings der amerikanischen Kriminalgeschichte, mit einer stattlichen Anzahl Leichen und totalem Flop für den Verursacher.

So weit die Moritat, die das Leben schrieb. Sie zu einem Kunstwerk zu veredeln, zu einem Spielfilm von beachtlicher Qualität, bedurfte es des Könnens eines großen Regisseurs. Zum Beispiel eines Joel Coen, dem bereits mehrere hochprädikatisierte Kinofilme zu verdanken sind. Ihm gelang es, sich dem ebenso brisanten wie banalen Thema mit schwarzem Humor, lakonischer Pointierung und dem Mut zum Sarkasmus zu nähern. Er kennt keinen Respekt vor seinen Figuren, die er gleichwohl nie denunziert, weder die Polizisten, noch die Verbrecher und schon gar nicht die kleinen Bürger, deren Mediokrität mehr rührt als abstößt. Für jede noch so winzige Rolle standen ihm profilierte Darsteller zur Verfügung. Und herrliche Dialoge ließ er sie sprechen, meist nichtssagende Worte, die gerade wegen ihrer vermeintlichen Überflüssigkeit zum Salz in der dramaturgischen Suppe werden und ganz am Rande einen nachdenklichen Blick in die geistige Beschaffenheit der amerikanischen Provinz gestatten, in der Fastfood und Television die Menschen beherrschen.

Die beste Schützenhilfe, die Buch und Regie bei ihrer erfolgreichen Umwandlung der Moritat in eine künstlerische Erzählform erhalten, leistet die Kamera, die der winterlichen Landschaft u.a. bestechend schöne Bilder abgewinnt.