Filmplakat: Fallen

FBW-Pressetext

Wir fallen, um wieder aufzustehen. Doch oft ist nicht der Fall das Problem, sondern das sich wieder aufrichten. Und was geschieht eigentlich in der Zeit der Regeneration zwischen Verletzung und Heilung? In seinem atmosphärischen Animationsfilm nimmt sich Ivan Morales Jr. dem Stigma der Verletzung an und blickt hinter den Vorhang der Isolation von der Gesellschaft, hinter den sich Menschen mit einer Einschränkung gleichwohl freiwillig wie unfreiwillig begeben können. Fast philosophisch reflektiert FALLEN in handgemalten Aquarellbildern die Auswirkungen eines Sturzes, der in der Ruhe der Heilung entschleunigt, neue Perspektiven öffnet und so ebenso Möglichkeiten der Veränderung bietet. Mit FALLEN gelingt Morales Jr. ein kleines filmisches Kunststück: Der Film erzählt Persönliches und überlässt doch jedem Betrachtenden eine eigene Reflexionsfläche und Anknüpfungspunkte. Das ist große Kurzfilmkunst.
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Gattung:Animationsfilm; Kurzfilm
Regie:Ivan Morales Jr.
Drehbuch:Ivan Morales Jr.
Länge:13 Minuten
Produktion: Ivan Morales Jr.
Förderer:Filmstiftung NRW

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Ivan Morales Jr. zeichnet verantwortlich für Drehbuch, Regie und Animation dieses bestens gelungenen, sehr einfallsreichen Films über Ursache und Folgen einer „Unachtsamkeit“. Die Jury vermutet stark, dass Ivan Morales Jr. aus eigener Erfahrung zum Thema dieses Films gefunden hat: Ein Unfall, ein Sturz! Was sind die Konsequenzen aus diesem Sturz: Heilung der Verletzung und anschließende manchmal mühsame Regeneration. Das kann lange dauern, beinhaltet auch Einschränkungen im Alltagsleben, der Gang an Krücken, vielleicht auch teilweise Isolation. Und vor allem braucht man Ruhe, muss das Lebenstempo um Einiges zurückdrehen. Der Autor und Regisseur erzählt uns diese Geschichte, die er selbst eine Reflexion über Fallen und Wiederaufstehen nennt, mit einer gelungenen, einfallsreichen, auch animierten Strichzeichnung, dabei sind die Formen und Körper mit zarten Pastellfarben ausgefüllt – sehr außergewöhnlich und dabei sehr schön! Und dann die kommentierenden Worte: Das liest und hört sich an wie die Ratschläge eines Arztes, aber in einer Liebenswürdigkeit, dass man diese nicht als große Bevormundung empfinden muss. Denn es handelt sich hier um eine sehr selbstreflexive Abhandlung über die Ursachen von Sturz, über das Fallen an sich. Man erfährt, dass der Mensch in seinem Leben durchschnittlich 3.350 mal fällt. Dass die Stürze zumeist aus Unachtsamkeit erfolgen und dass der Mensch durchaus konstant in Angst vor gravierenden Verletzungen bei einem Sturz lebt. Und wir bekommen bei dieser Reflexion auch dann die guten Ratschläge, immer aufmerksam zu sein und, wenn der Fall der Fälle eintritt, mit Geduld die Konsequenzen zu tragen. Dazu rät uns der Film, mit Ruhe und Geduld den Heilungsprozess zu unterstützen. Denn letzten Endes handelt es sich hierbei auch um eine schöne Zeit, die man mit der Besinnung auf sich selbst verbringen sollte. Und wie schön ist es erst, wenn die Krücken fallen und man wieder unbehindert aufstehen kann! Sehr gerne zeichnet die Jury diesen Kurzanimationsfilm mit dem Prädikat BESONDERS WERTVOLL aus.