Eine Affäre in Paris

Kinostart: 15.01.04
2003
Filmplakat: Eine Affäre in Paris

FBW-Pressetext

Sehr delikat, sehr genau und treffsicher werden die feinen Unterschiede zwischen amerikanischer und französischer Lebensweise aufs Korn genommen und mit großer Meisterschaft in diesem amüsanten Film zelebriert,
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Gattung:Komödie
Regie:James Ivory
Darsteller:Jean-Marc Barr; Leslie Caron; Glenn Close; Romain Duris; Stockard Channing
Drehbuch:Ruth Prawer Jhabvala; James Ivory (n.d. Roman von Diane Johnson)
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:118 Minuten
Kinostart:15.01.2004
Verleih:Fox
Produktion: Fox Searchlight Pictures, Merchant Ivory Productions; Radar Pictures Production;
FSK:12

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

James Ivory, der Meister der gepflegten Gesellschaftssatire, hat wieder einmal zugeschlagen - und dies ist vom Feinsten: Ein junges amerikanisches Schwesternpaar aus Santa Barbara, die eine bereits in Frankreich lebend und mit einem Franzosen verheiratet und die andere eben in Paris eintreffend, um dort auf Liebesabenteuer zu gehen, müssen die leidvolle Erfahrung machen, daß die Uhren in Europa und ganz besonders in Frankreich ganz anders wie im trauten Kalifornien gehen.

Ein brillantes Drehbuch, von Ivory selbst nach einem Roman von Diane Johnson verfaßt, gab die Vorlage für ein ironisches Feuerwerk von geschliffenen Dialogen, welches die Unterschiede in Essens-, Lebens- und Liebesgewohnheiten von Amerikanern und Franzosen recht boshaft gegenüberstellt. Es geht um Tischsitten, Familienethos, Kinder und Kulturschätze und auch das französische „Savoir vivre“ und die sehr direkten Amerikaner, die gern so schnell auf den Punkt kommen wollen. In einigen wundervollen Szenen, die geradezu filmische Kabinettstückchen sind, werden diese Unterschiede offengelegt und man hat den Eindruck, daß sich der eine oder andere der Protagonisten dabei selbst auf die Schippe nimmt.
Die Ausstattung ist gepflegt, stimmig und doch unaufdringlich. Selten sah man Straßenszenen von Paris so schön und den Eiffelturm in einem so seltenen Blickwinkel - nicht als touristische Attraktion, sondern als Mittelpunkt des Spiels.
Die Besetzung kann nur als außergewöhnlich sorgfältig bezeichnet werden. Das Spiel der Darsteller ist in allen Partien hervorragend; kein Wunder bei einer Starbesetzung wie Leslie Caron, Stockard Channing, Naomi Watts und Kate Hudson.
Und ganz einfach macht es Meister Ivory dem Zuschauer auch nicht: Nach einer etwas verwirrenden Exposition mit der Einführung vieler Figuren, bekommt man erst spät den Einstieg in das amouröse Gesellschaftsspiel, was den harmonischen Erzählfluß und die Freude am Zuschauen aber keineswegs trübt.