Dreizehn

Kinostart: 13.11.03
2003
Filmplakat: Dreizehn

FBW-Pressetext

Brillant geführte Darsteller und ein authentisches Drehbuch vermitteln die existenziellen Abgründe in einer Mutter-Tochter-Beziehung. Ein engagierter, schonungsloser offener Film, der unter die Haut geht.
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Gattung:Drama
Regie:Catherine Hardwicke
Darsteller:Brady Corbet
Drehbuch:Catherine Hardwicke; Nikki Reed
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:101 Minuten
Kinostart:13.11.2003
Verleih:Fox
Produktion: Fox Searchlight Pictures, Workin Title Film;
FSK:12

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Ein bestürzender Film über die schnelle Wandlung eines 13jährigen Mädchens zu einer aufsässigen Jugendlichen. Die Mutter ist hilflos und selbst überfordert. Sie sieht manchmal auch aus wie die ältere Schwester des Mädchens Tracy, die mit ihrem eigenen Leben gerade eben so zu Rande kommt. Vom Vater lebt sie getrennt; er versagt, wenn er gebraucht wird. Und ihr neuer Freund ist gerade dabei, sein Leben nach einem Entzug auf die Reihe zu bringen.

Tracy hat es also schwer, aber der radikale Sturz nach unten, der im Verlauf dreier Monate erzählt wird, ist damit noch nicht erklärt. Und es geht noch weiter abwärts. Tracy nimmt Drogen, sie macht ihre ersten sexuellen Erfahrungen, sie klaut; und sie empfindet dabei so wenig, daß sie sich auch noch selbst weh tun muß. Als Zuschauer erlebt man radikale, peinliche und absurde Situationen mit. Nie erhebt der Film dabei aber den pädagogischen Zeigefinger. Erst nach dem letzten Tiefpunkt, als Tracy von ihrer engsten Freundin getrennt wird, deutet sich im Schlußbild eine (Er-) Lösung an. Bezeichnenderweise kehrt jetzt auch die Farbe wieder, die im zweiten Teil des Films immer weiter aus den Bildern verschwunden war.

Es ist nicht immer leicht, diesen Film zu ertragen. Oft gibt es sehr kurze Einstellungen, es ist alles aus der Hand gedreht, häufig wird gezoomt und noch in der Bewegung geschnitten. Formal wie die Vereinigung von Dogma mit Off-Hollywood wirkend, lassen die Hauptdarstellerinnen, Mutter und Tochter, sowie die stimmige Psychologie der restlichen Figuren und des gesamten Milieus den Film zu einer beeindruckenden Erfahrung werden - über den Druck, der auf einem 13jährigen Mädchen lasten kann. Freilich ist all dies filmisch überhöht und verdichtet. Genau deshalb sind dem Film viele Zuschauer zu wünschen, Jugendliche und vor allem auch Eltern.