Die Tiefseetaucher

Kinostart: 17.03.05
2004
Filmplakat: Die Tiefseetaucher

FBW-Pressetext

Aus der wundersamen, märchenhaften Expedition einer kuriosen Forschergruppe macht der Film ein lakonisch erzähltes Abenteuer, das sich jeder Ein- oder Zuordnung entzieht, aber dennoch auf ungewohnte Weise unterhält.
Prädikat wertvoll

Filminfos

Gattung:Tragikomödie
Regie:Wes Anderson
Darsteller:Cate Blanchett; Bill Murray; Owen Wilson
Drehbuch:Wes Anderson; Noah Baumbach
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:119 Minuten
Kinostart:17.03.2005
Verleih:Buena Vista Filmverleih
Produktion: Touchstone Pictures, American Empirical Pictures;
FSK:12

Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

Wes Anderson hat mit „Tiefseetaucher“ einen ungewöhnlichen, einen schrägen und vielleicht auch einen tiefsinnigen Film abgeliefert, der es sich selbst nicht unbedingt leicht macht, indem er bewußt jede Anlehnung an ein Genre vermeidet. Am ehesten leuchtet noch die Parodie auf einen Natur- bzw. Meeresfilmer ein, der mit seinem eingeschworenen Team ein letztes Mal einen Coup zu landen versucht, sein berufliches Zenit jedoch offenkundig überschritten hat - trotz des ihm gewidmeten Modells eines bekannten deutschen Sportschuhkonzerns. Eine Rahmenhandlung gliedert die vermeintliche Dokumentation der Ereignisse auf hoher See in einzelne Kapitel, die aber jeweils rasch einen eigenen Esprit entwickeln. Dem Zuschauer eröffnen sich so eine Fülle von Querverweisen zu anderen Filmen und Filmgenres. Nicht jeder Gag zündet, doch die Intelligenz des gesamten Unternehmens spiegelt sich in zahlreichen hingebungsvoll erdachten Details.

Der von Bill Murray überzeugend verkörperte „neue Cousteau“ schlittert offensichtlich auch privat von einer Krisensituation in die nächste. Sein bester Freund wird anfangs von einem bizarren Hai gefressen. Dies ist nur die Triebfeder einer Kette von Ereignissen, die sich in zahlreiche kuriose Neben- und Seitenwegen auffächert. Vielleicht läßt sich das Ganze als Tragödie eines lächerlichen Mannes beschreiben, der seinen zynisch getarnten Lebensmut nie verliert und damit seine gesamte Umgebung infiziert. Allerdings steht Bill Murray im Zentrum des erzählten Panoptikums, doch um ihn herum gruppieren sich eine lange Reihe nicht weniger exzentrischer Charaktere. Optisch vermag der Film sowohl in seinen Außenaufnahmen zu überzeugen als auch in den zahlreichen Details, die im Studio oder im Computer realisiert wurden.

Wenn sich die Meinung hinsichtlich der Bewertung teilte, so ist festzuhalten, daß sich eine knappe Mehrheit des Ausschusses köstlich unterhalten fühlte, während sich bei anderen das Amüsement in Grenzen hielt bzw. nur mit Verzögerung einsetzte. Ein dreibeiniger Hund ist ein starkes Motiv in „Tiefseetaucher“, und ähnlich elegant wird hoffentlich auch dieser ungewöhnliche Film im Kino laufen.