Die innere Sicherheit

Kinostart: 01.02.01
2000
Filmplakat: Die innere Sicherheit

FBW-Pressetext

Stringent und distanziert erzählte Geschichte eines jungen Mädchens, das sich entscheiden muß zwischen der Solidarität zu ihren auf der Flucht befindlichen Eltern und einem selbstbestimmten eigenen Weg.
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Gattung:Drama
Regie:Christian Petzold
Darsteller:Julia Hummer; Barbara Auer; Richy Müller
Drehbuch:Christian Petzold; Harun Farocki
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:106 Minuten
Kinostart:01.02.2001
Verleih:Pegasos Filmverleih
Produktion: Schramm Film Koerner & Weber
FSK:12

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Dem Film gelingt es, einen Wandel, die Lösung einer Jugendlichen von ihren Eltern, in einen Kontext zu setzen, der wie eine artifizielle Überhöhung der Realität erscheint - wäre nicht die reale gesellschaftliche Situation in Deutschland zugleich so treffend und pointiert beschrieben.

In konsequenter Empathie gegenüber dem Mädchen werden ihr Glück und Unglück, ihre Sehnsucht nach Geborgenheit und Normalität und ihr Verantwortungsgefühl gegenüber ihren Eltern eindringlich dargestellt. Kameraführung, Ausstattung und Montage zeigen die kleine Familie im spannungsvollen Netz gegenseitiger Abhängigkeit, mit begrenzten Blickpunkten, harten Fixierungen, vorwärtstreibenden Rhythmen, die sogar am Strand kalt und beklemmend wirken. Ebenso stringent vermitteln auch Kostüme, Masken und Requisiten das Verharren und den Aufbruch des Mädchens in ihr eigenes, selbständiges Leben.

Der Film reduziert Spektakuläres wie den Banküberfall auf distanzierte Bilder der Überwachungskamera und konzentriert sich ganz auf die Beschreibung der Gefühle seiner hervorragenden Darsteller. Dabei läßt er ein Geflecht von Assoziationen anklingen, das die Geschichte weiträumiger interpretierbar macht, ohne durch konkrete Zuweisungen den Generationskonflikt zu individualisieren und damit zu entkräften.