Die göttlichen Geheimnisse der Ya-Ya Schwestern

Kinostart: 31.10.02
2002
Filmplakat: Die göttlichen Geheimnisse der Ya-Ya Schwestern

FBW-Pressetext

In prächtiger Ausstattung und Farben schwelgende Bestsellerverfilmung, die auf gefühlvolle und kluge Weise komplexe und konfliktreiche Mutter-Tochter-Beziehung in den Südstaaten beschreibt.
Prädikat wertvoll

Filminfos

Gattung:Drama
Regie:Callie Khouri
Darsteller:Ellen Burstyn; Sandra Bullock; Fionnula Flanagan
Drehbuch:Callie Khouri
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:115 Minuten
Kinostart:31.10.2002
Verleih:Warner
Produktion: Warner Bros. International, Gaylord Films; All Girl-Production;
FSK:12

Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

Der Bewertungssausschuß war sich rasch einig über das produktionstechnische Niveau dieses Films, das mindestens im Bereich der aus Hollywood gewohnten Gediegenheit anzusiedeln ist. Eingehend diskutierte er dagegen die Strategien, mit denen der Film eine schwierige Mutter-Tochter-Beziehung erzählt, und nicht zuletzt die Ziele, die er dabei verfolgt. Der Konflikt entzündet sich am - kaum mehr als angedeuteten - Erfolg der Tochter, einer Theaterautorin in der Großstadt, die sich von ihren Wurzeln fast vollständig gelöst hat. Diese Wurzeln sind allerdings noch vital, in Gestalt der Mutter, die seit ihrer Jugend in eine Allianz mit drei Freundinnen eingebunden ist, den sogenannten „Ya-Ya-Schwestern“. Schritt für Schritt wird, im dauernden Wechsel von erzählenden Rückblenden und dramatischer Zuspitzung in der Gegenwart, die Entwicklung des schiefgelaufenen und nunmehr zu kittenden Mutter-Tochter-Verhältnisses erzählt.

So weit der Plot des Films, der eine Vielzahl weiterer Assoziationen freisetzt. Angedeutet werden etwa die einstigen Rassenkonflikte im Süden der USA oder die Rolle des für Kinder und Haushalt nicht zuständigen Mannes. Wie für alle Problemzonen gilt jedoch auch hier, daß der Film ein allzu tiefes Eindringen vermeidet. Statt dessen setzt er auf ein Potpourri aus Zeitgeschichte und Lokalkolorit, schönen Bildern und emotionalisierenden Episoden, schematischer Figurenzeichnungen und Auftritten einer ansehnlichen Reihe von Stars.

Ebenso unentschieden - und nur scheinbar ambitioniert - wirkt der Wechsel zwischen Komödie und Tragödie, zwischen dem Starvehikel für Sandra Bullock und dem restlichen Ensemble, in dem sich zumindest ebenbürtige Darsteller finden lassen. Der Film gibt vor, ein sehr ernsthaftes Problem anzurühren. Er erfüllt diese Absichtserklärung auf hohem gestalterischen Niveau und in unterhaltsamer Weise, mit einigen Ausfällen ins Drastische, vor allem dank eines ausgefeilten und synthetisierenden Drehbuchs. Die Mehrheit des Bewertungsausschusses war bereit, diese Gratwanderung mit einem Prädikat anzuerkennen.