Die fetten Jahre sind vorbei

Kinostart: 25.11.04
2004
Filmplakat: Die fetten Jahre sind vorbei

FBW-Pressetext

Das System und die Welt verändern wollten die 68er und wollen die heutigen jungen Rebellen auch - nur anders. Lust- und liebevoll, leicht und unverkrampft, intelligent und witzig, mal ernsthaft, mal ironisch, kalkuliert oder spielerisch spontan und improvisierend befaßt sich dieser Film mit Ideologien und Befindlichkeiten.
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Gattung:Drama; Komödie; Kriminalfilm; Romanze
Regie:Hans Weingartner
Drehbuch:Hans Weingartner; Katharina Held
Weblinks:filmsortiment.de;
Länge:132 Minuten
Kinostart:25.11.2004
Verleih:Delphi
Produktion: Y 3 Hans Weingartner Filmproduktion, Coop 99 Filmproduktion; SWR; Arte;
FSK:12

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Was machen wir, wenn wir von einem Moment zum anderen unser gesamtes Leben an einer nicht vorhersehbaren Situation neu ausrichten müssen? Was bleibt von politischen Parolen, wenn wir uns in 20 oder 30 Jahren mit den dann agierenden Idealisten auseinandersetzen müssen?

„Die fetten Jahre sind vorbei“ wirft diese Fragen auf und beantwortet sie auf äußerst intelligente und unterhaltsame Weise. Sowohl das Drehbuch als auch die darstellerische und szenische Umsetzung bestechen durch eine Schärfe und unmittelbare Nähe, die ein Eintauchen in die soziale und emotionale Welt (eine WG im heutigen Berlin) der Protagonisten ermöglicht. Bei aller Tiefe der Ideologiediskussion und -kritik bleiben Wortwitz und Situationskomik weder auf der Strecke noch wirken sie aufgesetzt, sondern fügen sich sinnfällig und mit Leichtigkeit in die Handlung ein, die von spontan und natürlich agierenden Darstellern getragen wird.

Den Eindruck von Leichtigkeit und Nähe vermittelt nicht zuletzt auch die hervorragend geführte Handkamera, die im wahrsten Sinne des Wortes Mitspieler ist. So entsteht Authentizität!.

Bis zum Schluß hat man keinerlei Hinweise auf die Stoßrichtung, in die sich die Lösung des Konfliktes bewegen wird, und noch nach dem Ende der Haupthandlung, der Auflösung der Entführung und Freigabe der Geisel, erfährt der Film noch einmal eine dramaturgische Hinwendung zu einem kompromißlosen Mißtrauen gegenüber den etablierten Altachtundsechzigern, die stellvertretend für alle durch gesellschaftlichen und sozialen Realismus „geläuterten“ Idealisten von einst stehen.